Full text : Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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Gesagten  einige  Richtlinien  gegeben  zu  haben,  ohne  nun  irgendwie  den
Anspruch  zu  erheben,  daß  meine  Meinung  die  einzig  richtige  sei.  Nur
zu  weiterer  Klärung  mag  sie  mit  Nutzen  beitragen.
Unerledigte  Fragen.  Fragen  wie  die,  auf  welchen  Wegen  sich  bei  Einrichtung ­
  eines  Handelsmonopols  die  Aufnahme  des  bestehenden  Düngemittelhandels ­
  in  den  Staatsbetrieb  anbahnen  muß;  wie  weit  der
deutsche  Besitz  an  Salpetergruben  für  den  übrig  bleibenden  Bezug  aus
Chile  zu  bevorzugen  wäre;  wie  die  Propagandatätigkeit  gedacht  sein
und  von  wem  sie  geleitet  werden  würde;  wie  sich  die  seltener  benutzten,
vielfach  schwerer  löslichen  Strckstoffdüngemittel  wre  Knochenmehl,
Peruguano  und  ähnliche  mit  tunlichster  Schonung  berechtigter  Jnlandsinteressen
  den  neuen  Preisen  einzuordnen  hätten;  wie  die  Jnnehaltung
der  vereinbarten  Gehaltssätze  an  Stickstoff  zu  kontrollieren  wäre,  und
von  welchen  Stellen;  besonders  aber:  wieweit  eine  Abnahmeverpflichtung
des  Staates  für  im  Inland  erzeugten  Stickstoffdünger  bestehen,  oder
wieweit  hier  freies  Angebot  und  Zuschlag  an  den  billigst  Liefernden
entscheidend  sein  würde,  und  ähnliche,  die  Beziehungen  zwischen  Privatdüngerindustrie ­
  und  Monopol  regelnde,  wichtige  Fragen;  auch  ob  das
Monopol  nicht  nur  den  Innen-,  sondern  auch  den  Außenhandel  übernehmen ­
  müßte;  diese  alle  und  manche  andere  können  hier  nicht  besprochen ­
  werden.  Und  doch  werden  sie  für  die  Stellungnahme  zu  dem
Monopol  vielfach  entscheidend  sein.
Wirkung  des  Mono-  Mir  bleibt  nur  noch  übrig,  die  Wirkungen  der
Pols  auf  Chile.  Ausdehnung  unserer  deutschen  Stickstoffindustrie,  und
des  beabsichtigten  Monopols  auf  einzelne  unserer  Beziehungen  zum
Auslande  zu  streifen,  da  man  auch  diese,  und  zumal  den  deutschen
Handel  mit  Chile  gegen  ein  Stickstoffmonopol  angeführt  hat.  Dazu  ist
einmal  zu  bedenken,  daß  die  wahrscheinlich  mit  der  Zeit  auch  auf  die
künstliche  Herstellung  von  Salpeter  aller  Arten  übergreifende  Stickstoffindustrie ­
  mit  und  ohne  Monopol  den  chilenischen  Salpeter  weitgehend
zurückdrängen  wird.  Daß  ferner  die  großen  Neuanlagen  auf  diesem
Gebiet  bei  uns  doch  nicht  nur  aus  Freundschaft  gegen  Chile  nach  dem
Kriege  ihre  Tätigkeit  einstellen  können,  und  daß  schließlich  Deutschland
ein  größeres  Interesse  hat,  seine  eigenen  der  Stickstoffgewinnung  dienenden ­
  Anlagen  einer  angemessenen  Verzinsung  entgegenzuführen,  als
die  in  größtenteils  englischen!  Besitze  befindlichen  chilenischen,  wenn  dadurch ­
  auch  die  chilenischen  Staatseinnahmen  benachteiligt  werden^
            
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