Jndustricprodukte Oberschlesiens brauchbaren Schiffahrtsweg
auszubauen^). Und das ist. wie wir zeigten, der einzig gangbare
Weg, die Verkehrsverhältnisse des oberschlesischen Jndustriebezirks
zu heben. Es muß jedoch betont werden, daß die gegenwärtig
noch als ausreichend angesehenen Oderstrombaupläne
schon in nächster Zukunft von den Anforderungen des Verkehrs
sicher überholt werden, und so auss neue Verkehrsschwierigkeiten
entstehen müssen. Freilich fällt es schwer, auf einmal so bedeutende
Staatsmittel für Schifsahrtszwecke flüssig zu machen. Da
aber die Regierung den weitestgehenden Ausbau der Oderstraße
tatsächlich ins Auge gefaßt hat, so ist eine einmalige, allesumfassende
Arbeil billiger als ein stückweise nach und nach vollbrachtes
Werk, und daher diesem im Interesse des Staates vorzuziehen.
Nur die sofortige und großzügige Erweiterung der Oderstrombauten
wird den endgesetzten Zweck erreichen, den zweitgrößten
Jndustriebezirk des Deutschen Reiches mehr als bisher
mit den Zentralmärkten des Inlands zu verknüpfen, ihn vielleicht
mit den Weltmärkten in Anschluß zu bringen.
Doch ist damit noch nicht alle Arbeit getan. Der oberschlesische
Jndustriebezirk ist vou Cosel, dem nächsten und allein
in Betracht kommenden großen Oderhnfen ca. 60 Kilometer
Eisenbahnweg entfernt. Der für Steinkohle, Erze geltende Rohstofftarif
setzt die Frachtkosten mit 1.8 Pfg. pro Tonnenkilometer
plus 70 Pfg. Abfertigungsgebühr pro Tonne an, also für die
Strecke Cosel-Oderhafen—Oberschlesten mit 1,80 Jl pro To.
1) Der Oderumschlag oberschlesischer Steinkohlen betrug nach
Angaben der König!. Eisenbahndirektionen Kattowitz und Breslau
in den Häfen
Losel-Oderhafen
Oppeln
Breslau
Jnsgesa
1898—1900 i. D.
692
1
400
1093
1901—1903 i. D.
1035
4
443
1482
1904—1906 i. D.
1140
4
338
1482
1907—1909 i. D.
1391
1
282
1674
1910
2021
2
291
2314
1911
1208
3
254
1465
1912
2303
—
620
2923
Der im Bau befindliche Oppelner Hafen wird in der Hauptsache
die im nordwestlichen Randgebiet des oberschlesischen Steinkohlenreviers
belegenen Kohlengruben mit der bei Oppeln schon leistungsfähigeren
Oderftratze verbinden und so den Colseler Umschlagverkehr
entlasten.