Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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1893--1897  erbauten  Dortmund-Ems-Kanal,  der  3  bis  4fache
Abmessungen  aufweist  und  Schiffe  bis  zu  600  Tonnen  Tragfähigkeit ­
  faßt,  so  kann  man  den  Klodnitzkanal  einen  Miniaturkanal ­
  nennen.
Solange  die  Oderschiffahrtsstraße  selbst  nur  für  kleinere
Kähne  befahrbar  war,  genügten  die  beschränkten  Verhältnisse  des
Kanals.  Aber  seitdem  die  Oder  durch  die  nahezu  beendeten  Regulierungsarbeiten ­
  des  Wasserstraßengesehcs  von  1905  zu  einem
Großschiffahrtsweg  geworden  ist,  daß  sie  von  Cosel  ab  Schiffe
bis  600  Tonnen  trägt 1 ),  bringt  der  Klodnitzkanal  in  seinem
heutigen  Austande  dem  wachsenden  Transportbedürfnis  der  oberschlesischen
  Industrie,  für  die  er  doch  geschaffen  worden  ist,  gar
keinen  Nutzen.  Der  Verkehr  auf  ihm  ist  äußerst  gering,  da  die
kleinen  Kähne  bei  langsamster  Beförderung  gegeniiber  dem  Eisenbahntransport ­
  bis  Cosel  fast  keine  Frachtersparnis  erzielen,  ihre
Ladung  im  Coseler  Oderhafen  ebenso  wie  wie  Eisenbahntransporte ­
  in  größere  Oderkähne  umgeschlagen  wird,  die  Kosten  dafür
sogar  höher  sind  als  bei  den  mit  praktischen  Entladevorrichtungen
versehenen  Eisenbahnwaggvns.  So  wurden  im  Gleiwitzer  Kanalhasen ­
  z.  B.  an  Steinkohlen  umgeschlagen  nach  Cosel-Oderhafen:


1906

3000  To.

1911

5900  „

1912

6525  „

außerdem  kleine  Mengen  Eisen  und  Aink.
Der  Plan,  den  Klodnitzkanal  zum  Großschiffahrtsweg  auszubauen, ­
  ist  schon  in  den  1890er  Jahren  aufgetaucht  und  ernstlich
erwogen  worden.  Der  Oberschlesische  Berg-  und  Hüttenmännische ­
  Verein  ließ  1896  ein  dahingehendes  Projekt  ausarbeiten^),
welches  feststellte,  daß  einem  Kanal  für  Schiffsgefäße  bis  400  To.
Tragfähigkeit  keine  besonderen  Schwierigkeiten  entgegenstünden.
Die  Kosten  seien  so  gering,  daß  seine  Anlage  als  Aktienunternehmen ­
  lohnend  sei.  Als  Hauptschwierigkeit  erschienen  die  Gebühren, ­
  die  der  Fiskus  erheben  würde,  und  die  Perpendikulartarife
  der  Staatseisenbahn  für  die  kurzen  Anschlußstrecken  von
den  Gruben  und  Hütten  zu  dem  Kanal.  Aus  diesem  Grunde  1  2

1)  s.  Anmerkung  S.  87  f.
2)  Zeitschrift  des  Vereins,  1898,  S.  74  ff.
            
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