Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Überblicken  wir  diese  Aufstellungen,  so  ist  die  oberschlesische
Steinkohlenpwduktion  mit  der  deutschen  Kohlenindustrie  in  der
Entwicklung  mitgekommen,  ja  sie  hat  ihre  Quote  noch  erhöhen
können  (um  0,4  %  gegenüber  dem  Maximum  1891—95).  Dasselbe ­
  günstige  Bild  zeigt  der  Vergleich  mit  den  benachbarten
österreichischen  und  polnisch-russischen  Kohlenindustrien,  die  die
Fortsetzungen  des  oberschlesischen  Beckens  jenseits  der  Grenze  abbauen. ­
  Die  Förderzahlen  Oberschlestens  haben  die  jener  Reviere
um  ca.  8%  zurückgelassen.
Was  die  Gestehungskosten  der  oberschlesischen  Steinkohle
anlangt,  so  sind  sie  bei  den  aus  der  weitaus  günstigsten  Lagerung
resultierenden  niedrigen  .,reinen"  Förderkosten,  sowie  den  geringen ­
  Arbeitskosten  immer  noch  bedeutend  niedriger  als  in  den
anderen  Steinkohlenbezirken  des  Deutschen  Reiches,  ca.  2  Jl
billiger  als  im  Waldenburger  und  Saarrevier  und  ca.  1.20  bis
1.50  oft  als  im  rheinisch-westfälischen  Steinkohlenrevier.
Dabei  ist  zu  berücksichtigen,  daß  die  Qualität  der  Förderung
mit  steigender  Abbautiefe  ständig  zunimmt  und  damit  auch  der
Wert  der  Kohle.  Der  Hauptteil  der  oberschlesischen  Steinkohlensörderung
  besteht  aus  gasreichen  Flammkohlen,  dle  sich  zur
Kesselfeuerung  und  als  Hausbrand  vorzüglich  eignen.  Darin
übertreffen  sie  sämtliche  deutsche  Steinkohlen  und  stehen  den
englischen  völlig  gleich.  Mangel  herrschte  dagegen  bisher  an
guten  Kokskohlen,  die  bis  vor  ca.  10  Jahren  in  der  Hauptsache
nur  die  fiskalischen  Zechen  (Königin  Luise-Grube  bei  Zabrze)
fördern  konnten.  Seit  1901  haben,  wie  oben  erwähnt,  die  Steinkohlenzechen ­
  der  Eisenhüttengesellschaften  und  noch  mehr  die  der
Zinkhütten  die  Koksproduktion  in  erstaunlicher  Weise  steigern
können,  während  die  fiskalische  Förderung  nur  um  ein  geringes
gewachsen  ist?)
Die  Gestehungskosten  des  oberschlesischen  Koks  sind  infolge
der  billigeren  Kohle  ebenfalls  die  niedrigsten  im  Deutschen  Reich,
obgleich  die  Differenz  durch  das  geringere  Ausbringen  der  oberschlesischen ­
  Kokskohle  etwas  vermindert  wird.-1)

  Von  1901—1912  um  100  Proz.  bezw.  120  Proz.  bezw.  14  Proz.
s.  Tabelle  S.  32.
            
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