Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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jene  Staaten  noch  keine  bedeutenden  eigenen  Eisenindustrien  besaßen, ­
  groß  gewesen,  heute  jedoch  bor  den  hohen  Zollmauern
der  beiden  Länder  bis  auf  knapp  9%  der  Stahlproduktion  zurückgewichen. ­
  Dennoch  erscheint  die  Frage,  ob  es  nicht  möglich
ist,  den  oberschlesischen  Eisenexport  nach  diesen  Ländern  zu
heben,  von  größter  Wichtigkeit,  wobei  die  deutsche  Handelspolitik ­
  ausschlaggebende  Bedeutung  besitzt.
Die  heutigen  Großindustrien  Rußlands  sind  das  Produkt
der  modernen  russischen  Jndustrialisierungspolitik,  die  1880
und  recht  eigentlich  1890  einsetzte*).
Bis  in  den  Anfang  des  18.  Jahrhunderts  reichen  die  Bestrebungen ­
  der  russischen  Regierung  zurück,  die  gewerbliche
Tätigkeit  des  Landes  zu  heben,  insbesondere  die  Kohlen-  und
Eisenschätze  nutzbar  zu  machen.  Doch  der  völlige  Mangel  an
Verkehrswegen,  Kapitalien  und  fähigen  Arbeitskräften  ließ  die
Bemühungen  erfolglos.  Der  unglückliche  Ausgang  des  Krimkrieges ­
  gab  zu  umfassenden  Reformen  Anlaß.  Zunächst  wurde
durch  die  Aufhebung  der  Leibeigenschaft^)  ein  selbständiger
Bauernstand  geschaffen  und  seine  überschüssigen  Kräfte  für  gewerbliche ­
  Betätigung  entfesselt.  Dann  ging  man  mit  Eifer  an
den  Bau  von  Eisenbahnen^),  welche  die  gänzlich  fehlenden
Chausseen  und  schiffbaren  Wasserwege  zugleich  ersetzen  mußten*).
Das  Material  zu  den  Eisenbahnbauten  mußte,  da  die  damalige
russische  Eisenhütten-  und  Maschinenindustrie  den  Anforderungen
hinsichtlich  der  Menge  und  Güte  des  zu  liefernden  Materials
bei  weitem  nicht  gewachsen  war,  vom  Auslande  bezogen  werden.
Doch  suchte  die  Regierung,  Schienenwalzwerke,  Lokomotiv-  und
Waggonfabriken  ins  Leben  zu  rufen,  denen  sie  außer  hohen
LieferungsPreisen  Vorschüsse,  Prämien  und  Zollnachlaß  für
Rohmaterialien  gewährte^).  1861  wurde  sogar  der  zollfreie  Bezug ­
  von  Roheisen,  Maschinenteilen  und  Zubehör  gestattet,  wie
1)  Tittler.  V.  Wittschewsby.  E.  Zweig.  E.  Davidson.
2)  3.  März  1863.
3)  Rußland  besaß  an  Eisenbahnen:  1840:  26  km,  1850:
601  km,  1860:  1589  km,  1870:  11  243  km,  1880:  23  857  km,  1890:
30  456  km.  S.  a.  Süß.  Latz  I,  6.  129.
4)  „Rußland  hat  die  Periode  der  Chausseen  übersprungen."
Wittschewsby,  C.  65.
5)  Bis  1.  Juli  1884  wurden  an  Regierungsprämien  allein  für
Stahlschienen  14  265  Mill.  Rubel  gezahlt!  (Davidson.)
            
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