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in dem klimatisch äußerst rauhen Haupterzdistrikt Kiiruna und
Gellivaara in Lappland, wo übrigens auch die Wasserkraftanlagen
durch Vereisung während des langen Winters still
liegen müßten, so ist doch das Klima selbst Südschwedens einer
Großindustrie nicht gerade förderlich. Freilich kann der elektrische
Schmelzprozeß auch in geschlossenen Räumen vor sich
gehen, der allgemeine Betrieb würde aber ungünstig beeinflußt
werden. Darüber kann ferner kein Zweifel herrschen, daß
Schweden die für eine Großindustrie notwendige Arbeiterschaft
ohne weiteres nicht zu stellen vermag. So hoch der Arbeitsverdienst
z. B. im lappländischen Erzgebiet ist 1 ), hält es doch
sehr schwer, genügend Arbeiter zu bekommen. Die, Lebensmittelteuerung
und Wohnungsnot veranlaßt die aus Agrarverhältnissen
stammenden Arbeiter jedesmal, in ihren früheren
Beruf mit seinen solidereit Grundlagen zurückzukehren^). G.
Gothein kam nach gründlichem Studium der schwedischen Arbeiterverhältnisse
zu dein Ergebnes, daß das schwedische Volk
einen brauchbaren Hüttenarbeiter in genügender Zahl nicht sogleich
stellen könnte^). Sicher ist, daß die Arbeiterfrage die
Ausdehnung der Fabrikation auf die verhältnismäßig am
meisten Arbeitskräfte erfordernde Schmiedeeisen- und Stahlerzeugung
sowie jede Verfeinerungs- uub Konstruktionsarbeit
nicht sofort gestatten würde. Es käme daher zunächst lediglich
die Produktion von Roheisen in Frage, wobei der unwirtschaftliche
Wärmeverlust, welcher durch das zur Weiterverarbeitung
notwendige Umschmelzen des Roheisens entsteht, sich als
äußerst nachteiliger Faktor bemerkbar machen würde. Transportschwierigkeiten
stehen ebenfalls entgegen; schon jetzt kann
1) In Gellivaara ca. 6 Kr., in Kiiruna 6—8 Kr. im Durchschnitt
bei 8stündiger Schicht, d. h. das 3—4 fache des landesüblichen
Arbeitslohnes. (Hecker.)
2) G. Gothein I I, S. 364. Der freie Fischfang in den fischreichen
Gewässern läßt in den Bewohnern keine Neigung zu unfrei
machender, streng geregelter industrieller Arbeit aufkommen: „Ist
ein Heringszug in Sicht, hört jede übernommene Verpflichtung auf."
3) Bei der Begründung des Kraftwerkes in Kratzwieck-Stettiu
1898 stellten sich ähnliche Schwierigkeiten in den Arbeiterverhältnissen
entgegen. (C. Roh, S. 60 ff.)