fullscreen: Der Safranhandel im Mittelalter

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festen Preis zu kennen l ). Dies führt auf die Vermutung, es 
könne sich bei diesen Käufen um Abmachungen vor der 
eigentlichen Ernte handeln. 
Groß sind die Quantitäten, die die Ravensburger jähr 
lich aus Spanien schaffen. Aus der Geschäftskorrespondenz 
von 1480 läßt sich für dieses Jahr eine Ausfuhr von rund 
17—18 Ct. aus Saragossa und Barcelona erschließen 1 2 3 ), für 
1479 eine von rund wenigstens 12—14 Ct. 8 ). Im allge 
meinen enthält ein Zentner zwei Ballen ä zwei Stümpf 
ä 45 Pfund, also ein Zentner 360 Pfund. Es wären also 1480 
wenigstens 6120 Pfund, 1479 wenigstens 4320 Pfund von 
den Ravensburgern aus Spanien geführt werden. Was die 
Ausfuhr der Ravensburger im Verhältnis zu der Gesamtaus 
fuhr Spaniens bedeutet, geht aus der Angabe im April 1480, 
also nach der Hauptanlegung, hervor, es seien an 90 Zentner 
Safran aus dem Land gegangen 4 ). Zur Ostermesse gehen 
1480 aus Spanien: drei Zentner der Ravensburger Gesell 
schaft, vier Zentner der Mötteli, zwei Zentner der neuen 
Ankenreute-Gesellschaft; nichtdeutsche Firmen führen 5, 
2Vz, 1 und 3 Zentner aus. Im ganzen beträgt der Export 
20 1 /2 Zentner Ort 6 ). 
Um diese Einkäufe abschließen zu können, müssen 
große Summen in Spanien flüssig sein. Sie werden in das 
Land gebracht in Gestalt von deutschen Waren, hauptsäch 
lich von Produkten der Textilindustrie. Der Geschäftsbetrieb 
ist so eingerichtet, daß die Schulden im Herbst zu Beginn 
der Safranernte fällig werden"). Valencia hat vorwiegend 
Bedeutung für die Einfuhr. Das über Valencia ins Land ge 
schaffte Kapital wird nach Saragossa überwiesen und dient 
1) Rav. Pap. 11. 
2) Man hat im April 3 Zt. gekauft und hat die Absicht, noch 
4 Zt. hinzuzukaufen (66). Im Herbst kauft Saragossa 5 Zt. erst flor; 2—3 Zt. 
sollen nach der Messe von Alcariiz nachfolgen (11). An Belegier sind 
2-3 Zt. in Aussicht genommen. 
3) 5 Zt. sind für die Ostermessen hinausgesandt worden; 3 Zt. 
werden im Sommer hinzugekauft (7). Für sofortigen Herbsteinkauf 
rät Ravensburg 2—3 Zt. Ort, 2—3 Zt, Belegier an (8). Damit sind 
vermutlich die Einkäufe noch nicht erschöpft. 
4) Rav. Pap. 9. 5) Rav. Pap. 9. 6) Rav. Pap. 7.
	        
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