Full text: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

99 
a) Salinengericht 
1999 
fl. 
7 kr. 
b) Gratialien der Sieder-Werkleute und deren Witwen 
1845 
56 „ 
c) Für entbehrlich gewordene Sieder an Wartegeldern 
5799 
44 
d) Gratialien 
8515 
„ 
Insgesamt: 1 
8 159 
fl. 
7 kr. 
Diese recht erhebliche Belastung ließ allerdings in der Zukunft durch ander 
weitige Anstellung der auf Wartegeld gesetzten Sieder, sowie auch durch Tod 
eine Verminderung erwarten, die man auf jährlich 1000 fl. berechnete. Zu be 
rücksichtigen bleibt weiter, daß Hall durch die au anderer Stelle besprochene 
hohe staatliche Ablösungssumme unverhältnismäßig stark belastet war. 
Die Auflösung des .Salinengerichts zu Hall, das als Sondergericht mit den 
Fortschritten und rechtlichen Auffassungen der Zeit kaum noch zu rechtfertigen 
war, erfolgte auf Grund einer Bekanntmachung des K. Justiz-Ministeriums vom 
25. Juli 1836. Wir geben die betreffende Bekanntmachung im Wortlaut hier 
wieder : ): 
„Da der K. Ministerialrath, aus besonderer Vollmacht Seiner Majestät 
des Königs, vermöge Entschließung vom 19. d. M. das bisher zu Hall be 
standene Salinengericht (früher Salinenamt), nachdem der Gegenstand dieses 
besonderen Gerichtsstandes der Hauptsache nach erloschen ist und die Beteilig 
ten überdies auf denselben ausdrücklich verzichtet haben, aufgelöst und die ge 
richtlichen Funktionen dieser Stelle an die ordentlichen Gerichte überwiesen 
hat; so wird solches hiemit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. 
Stuttgart, den 25. Juli 1836. 
Für den Departements-Chef 
Pistorius. 
In dem Haupt-Finanz-Etat von 1830/33 war für die Saline Hall ein mehr- 
zweckmäßiger Ausbau des neuen Siedehauses Nr. 5, sowie die Erbauung zweier- 
neuer Siedehäuser vorgesehen, wodurch man die vier baufälligen Siedehäuser 
außer Betrieb setzen wollte. Unter Berücksichtigung der Wiederverwendbarkeit 
der beim Abbruch der Gradierhäuser gewonnenen Materialien hatte man die 
Baukosten zu 38 499 fl. veranschlagt. Weiter waren in demselben Finanz-Etat 
für Bohrlöcher und Bohrversuche insgesamt 1500 fl. ausgeworfen. Für die 
Finanzperiode von 1830/33 sollte sich die Produktion der Saline Hall mit Wil 
helmsglück im folgenden Rahmen bewegen. Die Produktion sollte in jedem Jahr 
betragen 1 2 ): 
Kochsalz 44 500 Ztr. 
Viehsalz 2 000 „ 
Steinsalz 99 000 „ 
Von dem Steinsalz wurden 48 000 Ztr. zur Auflösung bestimmt, 45000 
Ztr. gelangten zum Verkauf an die Oberämter und 6000 Ztr. wurden zum Ver 
kauf an chemische Fabriken vorgesehen. Um diese Zeit hatte die Salinen-Ver- 
waltung zu Hall einen jährlichen Holzbedarf von etwa 1750 Klaftern. Wie aus 
vorstehenden Ausführungen zu entnehmen, waren die Bctriebseinrichtungen der 
Saline Hall um das Jahr 1830 sehr veraltet, sodaß sich eine rationelle Fabri 
kation nur schwer ermöglichen ließ. Im Betrieb befanden sich in dem genann- 
1) Reyscher, Sammlung d. württ. Gesetze. Tübingen 1841. Band 7, II. Ab 
teilung, Seite 2222. Gerichts-Gesetze. 
2) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahrg. 1830. III. außerord. Bei- 
lagen-Heft, II. Abteilung, Seite 15.
	        
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