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ten Jahr 5 größere Siedepfannen in der sogenannten „Eich"; diese Pfannen
beabsichtigte man technisch zu verbessern. Daneben arbeiteten noch 8 kleinere
Pfannen im sogenannten „Haal". Nach erfolgter Durchführung der geplanten
Neueinrichtungen sollten die 8 kleineren Siedepfannen außer Betrieb gesetzt wer
den. Um das Jahr 1830 wurden zu Hall mit 1 Klafter Holz 25 a / 2 Ztr. Salz
gesotten
Nach dem Haupt-Finanz-Etat von 1839/42 waren für die Saline Hall
zur Herstellung neuer Salinen-Anlagen insgesamt 16 753 fl. ausgeworfen, in
welchem Betrag jedoch die Anschaffung einer Wettermaschine für das Steinsalz-
bergwerk „Wilhelmsglück" enthalten war^j. Noch erheblichere Ausgaben waren
für Hall in dem nächsten Etat von 1842/5 vorgesehen, nämlich 36 300 fl., die
auf drei Jahre mit je 12 100 fl. zu verteilen waren. Besonders kostspielige
Bauten hierunter betrafen ein großes Torfmagazin mit 6000 fl., für zwei neue
Brunnen 1600 fl., für Brückenbauten 10 500 fl., für ein neues Kunstrad und
Druckwerk zur Solenförderung 2500 fl., endlich für die Herstellung eines zweiten
Schachtes in Wilhelmsglück 6000 fl. Im Jahre 1846 befanden sich auf der
Saline zu Hall 4 Siedehäuser mit 4 Pfannen im Betrieb. In dem Haupt-Finanz-
Etat von 1849/52 war für Gebäudereparatnren ein Betrag von 4890,27 fl.
vorgesehen, außerdem waren 3000 fl. für die Herstellung des durch Hochwasser
beschädigten Kocherwehrs ausgeworfen worden. Um die genannte Zeit wurden
von der Kgl. Saline Hall größere Mengen Siedesalz nach Bayern geliefert,
welche Anlieferungen auf Grund eines Salz-Austauschvertrages zwischen Würt
temberg und Bayern erfolgten. Wir haben darüber an anderer Stelle eingehend
berichtet. In den 1860er Jahren lieferte die Kgl. Saline Hall auch vielfach
gemeinsam mit der Kgl. Saline Friedrichshall Salz an belgische Abnehmer. Der
Anteil für Hall stellte sich auf 15 000 Ztr. jährlich. Die Besteller waren che
mische Fabriken.
Die im Jahre 1830 neugegründete Saline Hall bezog um das Jahr 1855
ihre Sole von Wilhelmsglück, für welchen Zweck man eine gewaltig lange, etwa
35 350 Fuß betragende Solenleitung benutzte. Diese aus hölzernen und eisernen
Röhren bestehende Solenleitung verursachte einen Solenverlust von 6°/«. Im
Jahre 1855 befanden sich zu Hall 4 Dampfsiedehänser im Betrieb. Als Feue
rungsmaterial kam ausschließlich Holz in Frage und stellte sich der Preis da
mals für 1 Klafter Tannenholz auf 6 fl. 30 kr. einschließlich Anfuhrlohn frei
Lagerplatz. Eine Klafter Tannenholz ergab in der Produktion 44—45 Ztr.
Kochsalz. Aus einem Kubikfnß 27 % tger Sole wurden 14 Pfund Salz gewon
nen. Nach dem Betriebsplan des Jahres 1855 sollten jährlich 58 000 Ztr.
Kochsalz und 2500 Ztr. Viehsalz erzeugt werden^).
Die neue Saline Hall hatte von der alten die vertragsmäßige Verpflichtung
übernommen, jährlich „Gehalte und Entschädigungen für Erbberechtigte" zu lei
sten. Diese Verpflichtung erforderte um 1855 jährlich noch die stattliche Summe
von 65 885 fl. 29 kr., was auf die Produktionskosten umgeschlagen etwa 1 ft.
3,759 kr. pro Zentner Kochsalz ausmachte. Diese an anderer Stelle eingehend
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1839. 1. Beil.-Heft, II. Ab-
teilg., Seite 136.
2) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1843. III. Veil.-Heft, II. Ab-
teilg., S. 128.
3) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1855. II. Beil.-Vd., S. 264.