Full text: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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doch die ausgeführten, zahlreichen Bohrversuche die Tatsache festgestellt, daß der 
Boden in und um Hall keine genügenden Salzschätze mehr beherbergte. Diese 
Tatsache war für die Stadt Hall schmerzlich und wirtschaftlich auch von weit 
tragender Bedeutung und es läßt sich begreifen, wenn die Stadt Hall sich gegen 
die beabsichtigte Einschränkung des Salinenbetriebes mit allen Mitteln sträubte. 
Die Regierung wurde anderseits zu ihrer Haltung noch durch Vorgänge gestützt, 
welche sich auf die Erschließung neuer, umfangreicher Salzlager bei Friedrichs 
hall bezogen. Zumal die neuentdeckten Salzlager den Salzbedarf des Landes 
in reichlichem Maße deckten. Selbstverständlich wurde die von der Regierung 
eingegangene Verpflichtung zur Zahlung von Entschädigungen an Erbberechtigte 
im vollen Umfange erfüllt, obgleich diese Verpflichtung mit ihrer außerordent 
lich hohen Entschädigungssumme im Laufe der vielen Jahrzehnte zu einer drücken 
den Last für die Regierung wurde. Einige Daten über diese Sachlage sind im 
vorhergehenden Kapitel nachzulesen. 
11. Kapitel. 
Nie kgl. württ. Saline Schwenningen. 
Am 26. Februar 1822 hatte die badische Regierung bei Dürrheim einen 
erfolgreichen Bohrversuch auf Steinsalz unternommen, was Veranlassung gab, 
daß die Württembergische Regierung schon im Monat März desselben Jahres 
auf ihrem Dürrheim benachbarten Gebiet gleiche Versuche anstellen ließ. Der 
erste Bohrversuch wurde bei Mühlhausen am Messner-Bühle, etwa a / 4 Stunden 
östlich von Schwenningen und etwa 2 Stunden nördlich von Dürrheim unter 
nommen. Das Ansetzen des ersten Bohrloches erfolgte 2412 Fuß über dem 
Meeresspiegel. Das Bohrloch ergab folgende geologische Formation'): 
Gebirgsart. Mächtigkeit in Fuß. 
Gips und Mergel 198 
Mit mehr oder weniger festen Kalksteinschichten. 
Bei 173 Fuß Lettenkohle. 
Bei 185 „ Gips mit Bleiglanz. 
Bei 190 „ schiefriger Ton von etwa 5 Fuß Mächtigkeit. 
Poröser Kalkstein 95 
Mit Feuersteinnestern, rauh und sandig. 
Kalkstein von Friedrichshall 89 
Mit dünnen Tonlagen, gelber Blende und Schwefelkies. 
Gelber Kalkmergel 109 
1% starke Sole. 
Bei 390 Fuß in festen Kalkstein übergehend. 
Bei 433 „ mit Gips. 
Bei 460 „ mit Quarznestern und vielen Schwefelkiesen. 
Bei 485 „ eine Höhle. 
Bei 488 „ eine Hornsteinlage. 
Stinkkalk mit Gips, Ton und Mergellagen 
wechselnd. 
Bei 513 Fuß Gips mit Schwefelkies 
Ton und Gips, salzhaltig. 
46 
Bei 659 Fuß schwache Salztrümmer 
39 
Gips mit dünnen Stinkkalklagen 
Bei 580 Fuß mit Anhydrit-Trümmern. 
Bei 583 „ stark gesalzen. 
14 
1) v. Alberti, Die Gebirge des Königreichs Württemberg. 1826, S. 193.
	        
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