Full text: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

1.17 
Schacht mit 54 000 ft. vorgesehen war. Am 17. Juni 1845 waren von dieser 
Bausumme 183 240 fl. 41 kr. verwendet; zur weiteren Durchführung und Voll 
endung des Abbaues schätzte um jenes Jahr der Kgl. Bergrat die noch erforder 
liche Bausumme aus 142 532 fl., wobei allerdings die Steinsalzmühle nicht mit 
veranschlagt war'). Schon der große zwischen 1842 und 1845 liegende Zeitraum 
zeigt, daß die Arbeiten nur äußerst langsam vorwärts kamen. Schuld an dieser 
langsamen Entwicklung waren in der Hauptsache drei Faktoren. Einmal machte 
sich beim Schachtbau ein außerordentlich starker Wasserzudrang bemerkbar, dann 
erwiesen sich die als Betriebskrast verwendeten Wasserkräfte als sehr unzuver 
lässig und drittens traten in der Maschinerie mehr als zulässig Betriebsstörun 
gen, wie Bruch, auf; sodaß alle diese Tatsachen diese langjährigen Verzögerun 
gen in der Fertigstellung des Schachtbaues zu Rottenmünster verursachten. Ein 
Fehler schien es zu sein, daß man zur Wasserhaltung die Wasserkräfte benutzte, 
welche ersichtlich zu oft versagten. Der Wasserzudrang betrug 93 Kubikfuß in 
der Minute. Im Jahre 1849 war der Schacht noch nicht ganz auf die Hälfte, 
auf etwa 180 Fuß ausgemauert und abgeteuft und man war sich um diese Zeit 
klar darüber, daß beim weiteren Niederbringen des Schachtes die Wasserhaltung 
nur durch eine kräftige Dampfmaschine erfolgen konnte. Bis zum Jahre 1849 
zeigte der Stand der Baukosten des Steinsalzbergwerkes zu Rottenmünster fol 
gendes Bild: 
Baukosten-Aufwand für Grundstückserwerbung, Kanalbau, Schachthaus 
samt Radstück, Arbeiterwohnung, Schmiede samt Werkzeuge usw. 133 672,21 fl. 
Schachtbaukosten 94 462,56 „ 
Maschinerie (Voranschlag zu 18 782 fl.) 69 040,59 „ 
Insgesamt: 297 175,36 fl. 
Um das Jahr 1849 beurteilte man die technische Lage des Schachtbaues 
zu Rottenmnuster wesentlich anders als in den Vorjahren,' denn der erneut auf 
gestellte Bauauschlag für den Weiterbau zeigt ganz erhebliche Mehrkosten. Wir 
lassen hier diesen neuen Bauanschlag der Regierung folgen, der mit einem Mehr 
betrag von 300 000 fl. abschloß. 
Baukosten-Aufwand für: • 
Dampfmaschine zur Wasserhaltung 82460,00 fl. 
Wertung und Unterhaltung derselben bis zum Ausbau 17920,00 „ 
Fertigstellung der Wasserkunst 14620,15 „ 
„ des Schachtbaues 100 000,00 „ 
Förder-Einrichtung. Steinsalzmühle, Solen, Leitung und Woh 
nungen 108 954,59 „ 
Insgesamt: 318 954,74 fl. 
Auf Grund dieser Sachlage wurde in der Sitzung vom 6. März 1849 
der Württembergischen Kammer der Abgeordneten folgender Antrag eingebracht: 
„Die Regierung möge genau erwägen, ob nicht der Schachtbau in Rot 
tenmünster ohne Gefährdung der bisherigen Arbeiten eingestellt werden könnte; 
sollte jedoch dies nicht möglich sein, so möchte sie vor dem Weiterbau eine 
genaue Untersuchung von unparteiischen tüchtigen Technikern anordnen." 
Diesen Antrag an die Regierung beantwortete in derselben Sitzung der 
Staatsrat Goppelt dahin, daß der Regierung die Einstellung des Baues für den 
vorliegenden Augenblick nicht zweckmäßig erscheine. Neben diesen technischen 
Schwierigkeiten allgemeiner Natur bei dem Schachtbau zu Rottenmünster, ge 
ll Verhandlunqen d. württ. Kammer d. Abgeord., Jahrg. 1849. II. Beil.-Bd., 
S. 182.
	        
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