Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

122

Nach  dem  Finanzetat  von  1864/7  waren  für  den  Betrieb  der  Saline  Wilhelmshall ­
  nachstehende  Beamten  vorgesehen  I.  Ein  Salinenverwalter  mit  1700  fl.
Besoldung  und  150  fl.  Kanzleikosten;  ein  Salinenkassierer  mit  1300  fl.  Besoldung ­
  und  300  fl.  Kanzleikosten;  ein  Salrnenverwaltnngs-Assistent  ohne  Staatsdienerrecht, ­
  mit  800  fl.  Besoldung  und  75  fl.  Kanzleikosten;  ein  Buchhalter  ohne
Staatsdienerrecht,  mit  700  fl.  Besoldung  und  ein  Amtsdiener  mit  300  fl.  Besoldung. ­
  Nach  dem  Hauptfinanzetat  von  1870/73  standen  der  Kgl.  Saline  Wilhelmshall ­
  in  der  Leitung  und  Verwaltung  folgende  Personen  vor:
Name.  Besoldung.
Salinenverwalter  Zinner  1600  fl.
Salinenverwaltungs-Assistent  Dr.  Warth  800  „
Daneben  war  der  Steuerkontrolleur  Faulhaber  mit  200  fl.  Besoldung  tätig,
der  teilweise  die  Buchhaltung  mit  versah.  Die  Salinen-Kassiererstelle  war  in
diesem  Etat  aufgehoben  worden.  Bei  dem  Buchhaltungsposten  hatte  man  die  eben
gekennzeichnete  Ersparung  dadurch  gemacht,  daß  durch  seine  erfolgte  Uebernahme
als  Salzsteuerkontrolleur  von  der  Zollkasse  700  fl.  Gehalt  bezahlt  wurden.
Ebenso  wurden  von  der  Zollkasse  200  fl.  für  den  Salinenverwalter  Zinner  seit
dem  1.  Januar  1868  übernommen,  da  auch  Zinner  die  Funktion  eines  Salzsteuerbeamten ­
  ausübte.
An  größeren  baulichen  Veränderungen  auf  der  Saline  Wilhelmshall  in  den
1870er  Jahren  ist  zu  nennen  die  Schaffung  eines  neuen  Gesieds  im  Siedehaus
Nr.  3.  Die  Baukosten  beliefen  sich  auf  6651,07  fl.  2 ).  Beim  Besuch  der  Saline
durch  den  Verfasser  iin  April  1009  befanden  sich  7  Siedepfannen  im  Betrieb,
die  durchschnittlich  eine  Siedefläche  von  76  qm  besitzen.  Für  das  Trocknen  des
Salzes  standen  7  Trockenpfannen  zur  Verfügung,  von  denen  jede  170  qm  Fläche
aufweist.  Auch  hier  wird  als  Brennmaterial  Ruhr-Steinkohle  benutzt.  Die  Fabrikation ­
  erstreckt  sich  auf  Tafel-,  Fein-,  Mittelfein-  und  Grobsalz  für  Speisezwecke, ­
  außerdem  wird  Vieh-,  Gewerbe-,  Dung-.  und  Badesalz  erzeugt.  Die  Verpackung ­
  des  Salzes  erfolgt  in  Inte-,  Baummoll-  und  Wergsäcken.  Die  Produktion ­
  in  Sudsalz  stellte  sich  in  den  letzten  Jahren  durchschnittlich  auf  7000  t.
13.  Kapitel.
Dir  Kgl.  württ.  Saline  Frirdrichsliall.
Die  Saline  Friedrichshall  hat  ihr  geschichtliches  Gegenstück  in  der  nicht
weit  entfernt  liegenden  Saline  Clemenshall,  welch  letztere  ihrer  Gründungszeit
nach  dem  18.  Jahrhundert  angehört.  Stuf  der  1757  durch  den  bekannten  Salinisten
  Borlach  angelegten,  danials  Deutschmeisterschen  Saline  Clemenshall  hatte
man  im  Jahre  1810  in  einer  Tiefe  von  600  Fuß  den  Salzton  erbohrt^).  Dieses
geologische  Ergebnis  ließ  die  Vermutung  nahe  liegen,  daß  in  der  Umgegend  die
gleiche  geologische  Formation  anzutreffen  war  und  so  wurden  im  Jahre  1812
auf  Veranlassung  des  Königs  Friedrich  von  Württemberg  entsprechende  Bohrversuche ­
  vorgenommen.  Zn  diesen  Versuchen  halte  besonders  der  berühmte
Salinist  Carl  Christian  von  Langsdorf  ermuntert.  Die  Bohrversuche  selbst  wur-1)

  Verhandlungen  d.  württ.  Kammer  d.  Abg.  Jahr  1866.  II.  Veil  -Bd  S  714
2)  Verhandlungen  d.  württ.  Kammer  d.  Abg.  Jahr  1875.  II.  Beil-'-Bd.'  S.  316
3)  von  Alberti,  Die  Gebirge  des  Königreichs  Württemberg.  1826.  S.  166.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.