Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

121

Bohrlöcher  der  Kgl.  rvürtt.  saline  Rottenmünster.  (Mächtigkeit  in  württ.  Fuß)  ^).

Gebirgsart.

5  sü.

Bohrlöcher  im

Primtal.

§  £

Nr.l

Nr.  21  Nr.  3

Nr.  4

Nr.  5

Nr.  6

Nr.  7

Nr.  8

Nr.  9

Lettenkohle  und  Dolomit

53

88

88

138

138

132

135,4

141,2

119,5

91,2

Hauptmuschelkalk

224

250

246

235

237

176,3

207,1

219,5

192,3

248,5

Änhydritgebirge

116

130

134

107

108

169,5

134,3

119,2

161,6

125,8

Steinsalz

5

35

40

27

18

29,4

25,6

30,6

44,7

20,4

Gips,  Zwischenmittel

—

—

—

—

—

1,2

vor  Ort
Steinsalz

—

—

17,9

Steinsalz

—

—

—-—



—

—

—

—

10,1

Gips  und  Ton

78

3

9

5

91

12,3

—

2

63,7

37,4

Wellenkalk

vor  Ort

—

—

—

10,1

—

Ganze  Teufe

476

506

517

512

592

520,7

502,4

512,5(591,9(551,3

Chlornatrium  25,6251
Schwefelsaures  Natron  0,0051  mit  0,0029  Schwefelsäure
Schwefelsauren  Kalk  0,4613  „  0,2714
Kohlensauren  Kalk  0,0297  0,2743  Schwefelsäure
Chlormagnium  Spur
Salze  26,1212
Wasser  73,8788
100,0000
Von  Interesse  dürfte  auch  die  chemische  Analyse  des  Kochsalzes  von  Rottenmünster ­
  sein,  welche  Analyse  wir  hier  folgen  lassen:  Es  enthielten  100  Teile
Salz:
Chlornatrium  98,1617
Schwefelsaures  Natron  0,1602  mit  0,0902  Schwefelsäure
Schwefelsauren  Kalk  1,1757  „  0,6916  „
Kohlensauren  Kalk  0,0656  0,7818  Schwefelsäure
Chlormagnium  Spuren
Wasser  0,4868
100,0000
Durch  die  Aufhebung  des  Salzmonopols  im  Jahre  1868  wurde  die  wirtschaftliche ­
  Lage  der  Saline  Rottenmünster  nicht  günstiger;  schien  es  doch  eine
Zeitlang,  als  ob  die  Saline  vor  dem  gänzlichen  Verfall  nicht  mehr  zu  retten
war.  Besonders  die  Konkurrenz  der  badischen  Saline  Dürrheim  und  der  preußischen ­
  bei  Stetten  in  Hohenzollern  wirkte  außerordentlich  lähmend  auf  den  Betrieb
von  Rottenmünster.  Auf  württcmbergischer  Seite  setzte  man  jedoch  alle  Mittel
in  Bewegung,  die  Saline  Rottenmünster  zu  halten.  In  der  Tat  gelang  es,
neue  Absatzgebiete  zu  erobern;  von  erheblicher  Bedeutung  war  weiter,  daß  die
Saline  neue,  technisch  mehr  zweckmäßigere  Einrichtungen  erhielt,  wodurch  sich  die
Betriebskosten  günstiger  gestalteten.  So  erfuhren  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse ­
  eine  langsame  Besserung  und  1872/73  sehen  wir  auf  der  Saline  bereits
wieder  3  Beamte  und  40  Offizianten  und  Arbeiter  beschäftigt.  Bis  zu  diesem
Jahr,  also  in  einem  Zeitraum  von  48  Jahren  seit  der  Gründung  der  Saline
Rottenmünster  hatte  diese  5  344  723  Ztr.  Kochsalz  und  230  417  Ztr.  Viehsalz,
insgesamt  5  575  140  Ztr.  Salz  produziert.  Hiervon  hatte  die  Schweiz  allein
3  349  332  Ztr.  Salz  empfangen 1  2 ).
1)  Kgl.  statist.-topograph.  Bureau,  Beschreibung  des  Oberamts  Rottweil  (Bergrat ­
  Heller).  Stuttgart  1876.  Seite  337.
2)  Kgl.  stallst.-topogr.  Bureau,  Beschreibung  des  Oberamts  Rottweil.  Stuttgart ­
  1875.  Seite  339.
            
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