des Neckars eintrat, die den Schacht unter Wasser setzte. Nachdem das Hoch
wasser vorbei, schuf man einen Schachtaufbau dadurch, daß man einen Damm
von dem Haldensturz des Kalkschiefers errichtete. Bis zum Mai 1818 hatte
man eine Teufe von 150 Fuß erreicht, ohne daß die Wasserzuflüsse irgendwie
bedeutend gewesen wären. Nach dieser Teufe zeigten sich jedoch die Wasserzu-
flüsse im stärkeren Maße, sodaß die bisher benutzten Handpumpen nicht mehr
ausreichten. Es wurde daher eine Roßkunst zu Hilfe gezogen, für welche nur
kleine metallene Handpumpen von 6 Zoll Durchmesser zur Verfügung standen.
Die Leistung dieser Pumpen betrug bei einer Hubhöhe von 17 Zoll und 12
Umdrehungen in der Minute höchstens 7 Kubikfuß. Eine für die Wasserhaltung
in England bestellte Dampfmaschine kam jedoch nicht zur Ablieferung. Die Roß-
kunst selbst konnte ans die Dauer die auftretenden Wasser nicht bewältigen; mit
Hilfe von Handpumpen drang man noch bis auf 208 Fuß Teufe vor, wo erneut
große Wasser auftraten. Nach mühevoller Arbeit mußte der Schacht endlich im
Frühjahr 1819 bei 220 Fuß Teufe aufgegeben werden. Nach einem Beschluß
des Kgl. Bergrates sollten die Schachtarbeiten nunmehr so lange ruhen, bis der
projektierte Kocherkanal zur Ausführung gekommen war, dessen Wasserkräfte man
dann für den Schachtbau dienstbar machen wollte.
Nach diesem Mißerfolg des Schachtniederbringens war man daher wieder
auf die Bohrlöcher angewiesen. Das Bohrloch Nr. 1, welches einen Durchmesser
von 3 Zoll besaß, hatte sich im allgemeinen als sehr ergiebig gezeigt. Dennoch
entschloß man sich im Frühjahr 1818 ein zweites, 5 Zoll starkes Bohrloch nie
derzubringen, das etwa 610 m von dem Bohrloch Nr. 1 entfernt war. Man
plante hierbei, einen Haspel zwischen beiden in Betrieb zu bringen, daß ein
Sollöffel aufstieg und der andere abstieg. Die Bohrarbeiten des Bohrlochs
Nr. 2 erlitten jedoch in einer Tiefe von 310 Fuß einen Gestängebruch, der
trotz aller Bemühung nicht wieder in Ordnung zu bringen war. Das Bohrloch
Nr. 2 mußte daher aufgegeben werden.
Das Ertragsverhältnis des Bohrloches Nr. 1 blieb im Laufe von zwei
Jahren ein konstantes; von August des Jahres 1818 ab bemerkte man jedoch
eine zeitweise Veredlung der Sole in den oberen Teilen des Bohrloches, was
die Vermutung nahe legte, daß neue Solenzuflüsse aufgetreten waren *). Diese
günstige Erscheinung gab Veranlassung, einer neuen, mehr ergiebigen Förder
methode näher zu treten. Man gab daher das mühevolle Auslöffeln der Sole
auf und griff aus das Pumpverfahren unter Benutzung messingener Röhren zu
rück. Unter Berücksichtigung früherer Erfahrungen benutzte man jedoch hierzu
keine 5-zöllige Pumpe, sondern wählte eine solche von 1 2 / 3 Duodezimal-Zoll.
Die Pumpe wurde in dem Bohrloch bei 112 Fuß Tiefe angesetzt. Nachdem
man bei dem 190. Hub etwa 16000 Kubikzoll 1 / 2 - bis 4-lötige Sole gefördert
hatte, ergab sich gesättigte Sole. Später vertauschte man die 1?/g-zöllige Pumpe
mit einer 2-zölligen, wodurch das Ausfördern von 580 Kubikfuß auf 837 Kubik
fuß bei 24-stündiger Betriebsdauer gehoben wurde. Es sei bemerkt, daß der
Kubikfuß 15 Pfund Salz enthält. Die Temperatur der Sole betrug 11—12 0 R.
Es dürfte von Interesse sein, einiges über den Gehalt der Sole auf der
Saline Friedrichshall zu erfahren und wollen wir hier die Ermittlungen mit
teilen, die der verdiente Salinen-Verwalter Friedrich von Alberti seinerzeit
1) I. D. G. Memminger, Württembergisches Jahrbuch 1821. S. 809 f.