Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Stunden.  Der  Grobsalzertrag  bei  einem  Zentner  Kohle  ergab  260  bis  270  Pfd.
Die  Tagesleistung  auf  den  Quadratmeter  Pfannenfläche  berechnet  belief  sich
auf  25  Pfd.;  für  die  ganze  Pfanne  33  Ztr.  Die  Snddaner  betrug  75  Tage.
Die  Höchsttemperatur  der  Pfanne  stieg  bis  auf  85  0  C.;  die  Mindesttemperatur
ging  bis  auf  68  0  C.  herab.  Die  Brennmaterialkosten  für  den  Zentner  Salz
stellten  sich  auf  15  kr.
Allgemein  sei  noch  folgendes  bemerkt.  Die  bei  der  Feuerung  als  Rückstand
bleibende  Kohlenasche  wurde  durchgesiebt  und  dann  als  Mauersand  verwendet.
Den  gröberen  zurückbleibenden  Abfall  verkaufte  man  als  Koks  zu  48  kr.  per
Zentner.  Der  Gesamtproduktion  nach  entfielen  auf  die  Dampfpfannen  18  bis
20%;  der  Rest  von  etwa  80  °/ 0  wurde  von  den  Sudpfannen  geleistet.  Das
Verhältnis  der  Trockenfläche  zur  Pfannenfläche  >var  1,0  :  1,5.  Viehsalz  wurde  sowohl ­
  aus  dem  gemahlenen  Steinsalz,  wie  ans  dem  Sudsalz  erzeugt.  Zur  Denaturierung ­
  benutzte  man  %  Pfd.  Eisenoxyd  und  %  Psd.  Wermut  auf  den
Zentner  Salz.  Für  das  Denaturieren  wurden  2  kr.  Arbeitslohn  per  Zentner
gezahlt.  Der  Verschleißpreis  des  Zentners  Sudsalzes  schwankte  zwischen  42  bis
54  kr.,  je  nach  den  örtlichen  Geschästsverhältnissen.  Zu  diesem  Preise  trat  noch
die  Salzsteuer  von  3  fl.  30  kr.  Das  Viehsalz,  welches  steuerfrei  war,  wurde
mit  48  bis  54  kr.  den  Zentner  verkauft.  Die  Saline  gab  auch  Sole  käuflich
ab.  Der  Preis  eines  Hektoliters  Sole  stellte  sich  beim  Verkauf  an  Private  auf
10  kr.  Für  Bäder  und  Krankenhäuser  war  der  Preis  erheblich  niedriger.
Der  Nässegehalt  des  Sndsalzes  betrug  1  bis  2  °/ 0 .
Zu  erwähnen  ist  hier  auch  der  sogenannte  Pfannenstein,  der  sich  beim  Sieden ­
  am  Boden  der  Siedepfannen  ansetzt  und  bildet.  Um  die  Mitte  des  vorigen ­
  Jahrhunderts  ergab  der  Siedebetrieb  zu  Friedrichshall  bei  600  000  Kubikfuß
  Sole  jährlich  etwa  600  Ztr.  Pfannenstein.  Die  Stärke  des  Pfannensteins,
der  stets  mehrere  Schichten  zeigt,  ist  regelmäßig  zvlldick,  worauf  dann  die  Abräumung ­
  des  Steins  erfolgt.  An  den  Ansatzseiten  besitzt  der  Pfannenstein  eine
schwarze  Färbung  und  erweist  sich  stark  eisenhaltig.  Die  chemische  Analyse  ist
nach  Fehling  folgendes.  Es  enthalten  100  Teile  Pfannenstein:
Chlornatrium  45,98  mit  27,89  Chlor
Chlorcalcium  0,05  „  0,03  „
Chlormagnium  0,61  „  0,45  „
Schwefelsauren  Kalk  50,56
Eisenoxyd  mit  etwas  Tonerde  0,72
Wasser  und  Ton  2,08
100,00
Die  Arbeitsverhältnisse  auf  der  Saline  Friedrichshall  zeigten  um  das  Jahr
1875  folgendes  Bild.  In  sämtlichen  4  Sudhäusern  wurden  je  2  Schürer  beschäftigt, ­
  die  abwechselnd  in  Tag-  und  Nachtschicht  arbeiteten,  sodaß  immer  nur
ein  Schürer  im  Pfannenhause  anwesend  war.  Es  hatte  hiernach  der  Sieder
sämtliche  Pfannen  eines  Sudhauses  zu  bedienen.  Das  Geschirr  oder  Arbeitszeug, ­
  wie  Helbe,  Ansziehstangen,  Besen  usw.,  hatten  die  Sieder  selbst  zu  stellen, ­
  wofür  ihnen  eine  bestimmte  Entschädigung  gezahlt  wurde.  Die  Arbeitsvergebnng
  erfolgte  ausschließlich  im  Gedinge.  Bei  den  Siedern  unterschied  man
3  Klassen.  Hiervon  erhielt  die  1.  Klasse  als  festen  Lohn  per  Tag  6  kr.,  die
2.  Klasse  2  kr.  und  die  3.  Klasse  nichts.  Die  Schichtzeit  dauerte  12  Stunden.

1)  Fehling,  Chemische
Stuttgart  1847.  Seite  36.

Untersuchung  der  Solen  auf  den  kgl.  württ.  Salinen.
            
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