Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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geologischen  Verhältnisse,  die  durch  dieses  Bersuchsbohrloch  festgestellt  wurden,
gaben  Veranlassung,  am  14.  April  1823  mit  dem  Abteufen  eines  Schachtes  zu
beginnen.  Dieser  vom  reichsten  Erfolge  begleitete  Schacht  führte  zur  Begründung
des  Steinsalz-Bergwerkes  „Wilhelmsglück",  das  seinen  Namen  von  dem  König
Wilhelm  von  Württemberg  herleitete.  Im  Nachfolgenden  geben  wir  eine  Uebersicht ­
  der  geologischen  Verhältnisse  des  Schachtes  von  „Wilhelmsglück".

Gebirgsart.
D  a  in  m  erde
Rötlich  gelber  Lehm.
Kalkstein  von  Friedrichshall
Bei  60  Fuß  und  81  Fuß  Tiefe  Flöze  von  schiefrigem  Ton.
Zahlreiche  Mergelschieferlagen,  vereinzelt  mit  Nestern,
Knollen  und  Kugeln  von  Kalkstein.
Stinkkalk
Schwärzlich  grau,  sehr  fest,  ohne  Versteinerungen.
Gräulich  gelber  Kalkmergel
In  der  Tiefe  festen  Kalkstein  bildend,  begleitet  von  mehreren
dünnen  Mergelschiefer-Lagen.  Bei  194  Fuß  Tiefe  eine
bläulich-graue  Mergelkalksteinschicht  von  1  Fuß  Mächtigkeit. ­
  Bei  196  Fuß  lagern  Hornstein-  und  Calcedon-Nester.
Gips  von  dunkel-  oder  hellgrauer  Farbe
Stinkkalk
Im  Wechsel  mit  mehr  oder  weniger  mächtigen  grauen  Kalkstein-, ­
  Gips-  und  dünnen  Mergelschiefer-Schichten.
Mergelschiefer  mit  Gipsnestern
Dunkelaschgrau,  bituminös.  Grauer  Kalkstein,  der  teilweise
schiefrig.
Grauer  Kalkstein
Mit  Gipslagen  im  Wechsel  mit  Mergelschiefer.
Fester  dunkelgrauer  Gips  im  Wechsel  mitMerg
  e  l  s  ch  i  e  f  e  r
Bei  803  Fuß  bläulich-grauen,  ins  hellgraue  und  grauweiße
übergehenden  Anhydrit.  Mächtigkeit  desselben  8  Fuß.
Gelblich  hellgrauer  Mergelkalkstein
Bituniinös.
Gips  mit  dünnen  Kalk  st  ei  «lagen
Vornehmlich  Tongips.  Bei  324  Fuß  lagern  Nester  von  körnigem ­
  und  faserigem  Steinsalz.  Das  Dach  des  Steinsalzes ­
  zeigt  unter  einem  festen  körnigblättrigen  Gips  eine
Salztonlage  von  1  Zoll  Stärke.
Steinsalz
Körnig.  In  der  Tiefe  verliert  es  sich  in  Gips.

Mächtigkeit.
10  Fuß
161  Fuß  8  Zoll

2  Fuß  8  Zoll
31  Fuß  1  Zoll

12  Fuß
22  Fuß

3  Zoll

6  Fuß

27  Fuß

31  Fuß

8  Fuß
41  Fuß

22  Fuß

Ganze  Tiefe:  385  Fuß  6  Zoll.

In  dem  Haupt-Finanzetat  von  1826/27  waren  gemeinsam  für  die  Saline
Hall  und  das  Steinsalzbergwerk  Wilhelmsglück  folgende  größere  Baulichkeiten
und  technische  Neueinrichtungen  vorgesehen  J ).  Auf  Wilhelmsglück  die  Erbauung
eines  Oekonomie-Gebäudes  mit  1500  fl.  Kosten.  Für  einen  eisernen  Brunnenkasten ­
  und  steinernen  Stock  nebst  Röhren  zu  den  bereits  fertigen  Brunnen  waren
500  fl.  ausgeworfen  worden.  Außerdem  hatte  man  die  Erbauung  einer  großen
Brückenwage  beschlossen.  Für  diese  entfielen  auf  die  Maschine  laut  Kostenanschlag ­
  1123  fl.  14  kr.  und  auf  den  Ueberbau  600  fl.;  insgesamt  also  1723  fl.
14  kr.  Das  Göpelhaus  sollte  einen  Turm  erhalten,  der  zur  Aufnahme  einer

1)  Verhandlungen  d.  württ.  Kammer  d.  Abg.,  Jahr  1827.  II.  außerord.  Beilagen-Heft,
  S-  96.
            
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