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Anhydrits ein 138 cbm fassendes Sumpfort an, das ausgemauert wurde. Hier
wird das Schachtwasser, das sich täglich auf 160 cbm beläuft, das aber all
mählich durch Verkalkung der Zuläufe nachläßt, gesammelt und nun, in den
Anfangszeiten des Abbaues, vermittels einer über dem Sumpf aufgestellten
Wasserhaltungsmaschine zutage gehoben. Später hat man dann die Wasserhal
tungsmaschine auf der 3. Sohle untergebracht und zwar in einem Raum neben
dem Füllort, wo gleichzeitig eine Girardsche Turbine und eine Dynamomaschine
Aufstellung gefunden hat. Das in 130 m Teufe gelegene Sumpfort besitzt ein
Ablaßrohr, das man zum Antrieb der Turbine verwendet, da man durch dieses
Rohr das Wasser zur 3. Sohle führt mit einem Gefälle von 75 m. Die hier
durch angetriebene Turbine überträgt nun ihre Kraft auf die Dynamomaschine.
Das aus der Turbine abfließende Wasser führt man dem Schachtsumpf zu, der
von der 3. Sohle ab eine Tiefe von 8,6 m besitzt. Mit dem Schachtsumpf
steht eine 62 m lange Sumpfstrecke in Verbindung, deren Ende wieder durch
ein Gesenke mit der 3. Sohle verbunden wurde. Das Wasser des Schacht-
sumpfes wird vermittels eines Saugrohrs von der Pumpe angesaugt und dann
durch eine Steigleitung nach oben gedrückt. Die Wasserhaltungsmaschine ist eine
einzylindrische, liegende Hochdrnckmaschine mit Schiebersteuerung und Expansion.
Der Abdampf geht durch einen Körtingschen Saugrohrkondensator und bringt
das Wasser auf 25° Wärme. Die Zylinderbohrung der Maschine weist 400 mm,
der Hub 400 mm und der Plungerdurchmesser 110 mm auf. Die Maschine
ist mit einer doppelt wirkenden Pumpe gekuppelt. Im Jahre 1905 wurde dann
als Folge der technischen Erweiterung des Betriebes in der Grube eine Hoch-
druckzentrifugalpnmpe und eine Plungerpumpe zur Aufstellung gebracht.
Die Streckenbeleuchtnng in der Grube erfolgt elektrisch und zwar durch
Gleichstrom. Die Girardsche Turbine leistet bei einem Wirkungsgrad von 0,75
etwa 3,3 Pferdestärken; die Zuführung der 160 cbm Grubeuwasser ist auf 10
Stunden verteilt. Zu diesem Zweck wird das Wasser in der Nachtzeit im Sumpf-
ort angesammelt. Die Turbinenleistung wird auf die Gleichstrom-Dynamomaschine
übertragen, die nun ihrerseits den elektrischen Strom für die Grubenbeleuchtung
liefert. Die Lichtkabel, welche an isolierten Holzpflöcken und Leisten verlegt sind,
führen den einzelnen Arbeitsstellen den Strom zu. Die größere Helligkeit des
elektrischen Lichtes stellt eine wesentliche Förderung des Abbaues dar, andererseits
erhält der Grubenbetrieb hierdurch erhöhte Sicherheit.
Im Jahre 1897 wurde die elektrische Beleuchtungsanlage mit einem Kosten
aufwand von 3310,47 Mk. erweitert. Die Anlage zeigte sich jedoch in dieser
Form bald den Anforderungen nicht mehr gewachsen, sodaß man im Jahre 1898
dem Plane näher trat, die ganze Anlage zu einer Zentrale für Licht- und
Kraft-Uebertragung auszubauen. Die neue elektrische Zentrale erforderte einen
Bauaufwand von 43 641,43 Mk. Im Jahre 1905 wurde ein neues Gebäude
für die elektrische Zentrale erbaut, die nun auch die Primäranlage des Dreh-
strom-Bohrbetriebes für die Grube in sich vereinigte. Zur Sicherung des Be
triebes beschaffte man eine Lokomobile.
Die Wetterführung ist auf dem Heilbronner Salzwerk folgendermaßen ge
staltet. Wir bemerken schon, daß der Schacht einen besonderen Wettertrumm
besitzt, den man durch einen Wetterscheider von den übrigen Schachtanlagen resp.
Abteitlungen abgetrennt hat. Ueber der 3. Sohle hat man überdies noch einen
Wetterscheider quer eingelegt, sodaß der Wettertrumm vornehmlich mit dem Bauen