fullscreen: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Sechstes Kapitel. 
153 
Anderseits muß in jedem Wertbildungsprozeß die höhere Arbeit 
Stets auf gesellschaftliche Durchschnittsarbeit reduziert werden, 
L Tag höherer Arbeit etwa zum Beispiel auf 2 Tage einfacher Ar- 
beit.20 Wenn Oekonomen von Ruf sich gegen diese „willkürliche 
Behauptung“ empören, dann darf man wohl sagen, daß sie den 
Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Das, was ihnen als theoretische 
Künstelei erscheint, ist einfach ein Verfahren, das sich tagtäglich an 
allen Enden der Welt wiederholt. Ueberall werden die Werte der 
Verschiedensten Waren ohne Unterschied in Geld ausgedrückt, das 
heißt in einer bestimmten Menge Gold oder Silber. Dadurch allein 
Verden schon die verschiedenen Arten der Arbeit, die durch diese 
Werte dargestellt sind, in verschiedenem Verhältnis auf bestimmte 
Mengen einer und derselben Art gewöhnlicher Arbeit reduziert, der 
Arbeit, die Gold oder Silber produziert. Man erspart eine über- 
lüssige Operation und vereinfacht die Analyse durch die Annahme, 
daß der vom Kapital verwandte Arbeiter einfache gesellschaftliche 
Durchschnittsarbeit verrichtet. 
Sechstes Kapitel. 
Konstantes Kapital und variables Kapital. 
Die verschiedenen Faktoren des Arbeitsprozesses nehmen ver- 
“hiedenen Anteil an der Bildung des Produktenwertes. 
Der Arbeiter setzt dem Arbeitsgegenstand neuen Wert zu durch 
Zusatz eines bestimmten Quantums von Arbeit, abgesehen vom be- 
Yimmten Inhalt, Zweck und technischen Charakter seiner Arbeit. 
Änderseits finden wir die Werte der verzehrten Produktionsmittel 
Wieder als Bestandteile des Produktenwertes, zum Beispiel die 
Werte von Baumwolle und Spindel im Garnwert. Der Wert der Pro- 
Auktionsmittel wird also erhalten durch seine Uebertragung auf das 
Produkt, Dieses Uebertragen geschieht während der Verwandlung 
der Produktionsmittel in Produkt, im Arbeitsprozeß. Es ist ver- 
Mittelt durch die Arbeit. Aber wie? . . 
Der Arbeiter arbeitet nicht doppelt in derselben Zeit, nicht ein- 
Mal um der Baumwolle durch seine Arbeit einen Wert zuzusetzen, 
nd das andere Mal, um ihren alten Wert zu erhalten, oder, was 
dasselbe, um den Wert der Baumwolle, die er verarbeitet, und der 
SPindel, womit er arbeitet, auf das Produkt, das Garn, zu übertragen. 
Lebensunterhalt nichts zu bieten hat als gewöhnliche Arbeit, bildet die 
üoße Masse des Volkes.“ (James Mill in Art. „Colony“. Supplement to 
© Encyclopedia Britannica, 1831.) | | 
ot N „Wo man von Arbeit als Maßstab des Wertes spricht, meint man 
die digerweise Arbeit einer bestimmten Art, «+. Das Verhältnis, in dem 
( ondern Arten von Arbeit zu dieser stehen, ist dann leicht zu ermitteln. 
»“üllines of Political Economy. London 1832“, p. 22, 23.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.