Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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die  folgendes  zu  berichten  ist.  Die  Salinen-Anlage  umfaßt  die  Steinsalzauflösung, ­
  die  Sole-Reservoirs,  die  Siede-Anlage  Und  das  Kochsalzmagazin.  Die
Salinen-Anlage  wurde  für  eine  Jahresproduktion  von  20  000  Tonnen  Kochsalz
eingerichtet,  mit  Ausnahme  der  Siede-Anlage,  deren  technische  Einrichtungen  nur
für  17  500  Tonnen  berechnet  wurden,  jedoch  wurde  auch  hier  die  Möglichkeit
einer  baulichen  Erweiterung  offen  gelassen.  Die  Steinsalzauflösung  steht  mit
dem  3.  Stockwerk  der  Steinsalz-Mühle  durch  eine  Brücke  in  Verbindung.  Das
zur  Auflösung  bestimmte  Steinsalz  wird  in  Wagen  von  der  Abzngsbühne  durch
die  Mühle  zur  Steinsalzauflösung  befördert;  dort  werden  die  Wagen  auf  fahrbare ­
  Kreiselwipper  geschoben  und  nun  auf  einer  Schienenbahn  über  die  eigentlichen ­
  Auflösekästen  geführt.  Insgesamt  sind  36  Auflösekästen  vorhanden,  in  der
Anordnung  zu  4  Reihen  und  getragen  von  einem  Freipostensystem.  Jeder  Kasten
trägt  einen  Holzrost,  wodurch  der  Kasten  in  zwei  Abteilungen,  den  Löseraum
und  Schlammfall  getrennt  wird.  Jede  Kastenreihe  besitzt  eine  Schienenbahn,
von  welcher  aus  die  Entleerung  der  mit  Steinsalz  beladenen  Wagen  in  die
Auflösekästen  erfolgt.  Zwischen  je  2  Kastenreihen  liegt  ein  Zuflußkanal,  der
je  2  Kasten  mit  Wasser  versorgt.  Für  den  Solabfluß  besitzt  jede  Kastenreihe
eine  Rinne  (Kandel).
Die  Auflösung  erfolgt  mit  dem  sehr  geeigneten  Schachtwasser,  das  bereits
einen  Salzgehalt  besitzt  und  eine  Durchschnittstemperatur  von  24,7  °  6  aufweist.
Ist  die  Sättigung  der  Sole  fertig,  läßt  man  sie  in  den  Kandel  (Rinne)  ab,
von  wo  aus  die  Sole  dann  ihren  Lauf  durch  eine  eiserne  unterirdische  Leitung
zu  den  3  Sole-Reservoirs  nimmt.  Diese  Sole-Reservoirs  sind  einstöckige,  große
Holzkasten,  die  ein  Fassungsvermögen  von  600  cbm  besitzen.  Die  Abdichtung
der  auf  Betonpfeilern  ruhenden  Holzkasten  wird  durch  Werg  und  Teer  bewirkt.
Die  Sole-Reservoirs  haben  den  Zweck,  die  Sole  durch  Fließen  abzuklären,  sie
nimmt  daher  nacheinander  durch  alle  3  Reservoirs  ihren  Weg.  Hat  die  Sole
die  Reservoirs  passiert,  so  wird  sie  der  eigentlichen  Siedeanlage  zugeführt.  Zu
diesem  Zweck  stehen  die  Reservoirs  durch  eine  eiserne  Röhrenleitung  mit  der
Siede-Anlage  in  Verbindung.  Die  technische  Einrichtung  der  Siede-Anlage  setzt
sich  zusammen  aus  10  Feuer-,  3  Dampf-  und  1  Rauchgaspfanne.  Von  den
10  Feuerpfannen  sind  5  je  in  einem  besonderen  Gebäude  untergebracht,  während
die  verbleibenden  5  Feuerpfannen  in  einem  großen  Gebäude  die  sogenannte
Grobsalz-Siedeanlage  bilden.  Die  Einrichtung  der  fünf  Einzel-Siedehäuser  ist
eine  fast  übereinstimmende.  Der  Raumeinteilung  nach  unterscheidet  man  die
Feuerküche,  einen  Pfannen-  und  einen  Trockenraum.  Jede  Pfanne  verfügt  über
eine  außerhalb  des  Gebäudes  errichtete  Esse.  Die  Dimeusiou  der  aus  Eisenblech ­
  hergestellten  Pfannen  ist:  16  m  lang,  8  m  breit  und  0,5  m  hoch,  bei
einem  Gesamtflächengehalt  von  128  «gm.  Ueber  jeder  Pfanne  befindet  sich  ein
Rauchfang  von  2,5  im,  d.  i.  ] / 52  der  Pfannenfläche.
Das  Material  der  Trockenpfannen  ist  Gußeisen  und  werden  die  Pfannen
aus  Platten  von  12  mm  Stärke  gebildet.  Die  Fläche  der  Trockenpfannen  beträgt ­
  220  bis  258  qm.  Siedepfannen  lind  Trockenpfannen  stehen  mit  einer
Deckenbahn  in  Verbindung.  Das  Salz  wird  hier  auf  Schienen  in  Holzmnlden.
die  an  einer  Laufkatze  hängen,  von  den  Siedepfannen  nach  den  Trockenpfannen
befördert.  Diese  Schienenbahnen  laufen  zu  beiden  Seiten  der  Trockenpfannen.
Jede  Siedepfanne  wird  mit  2  Herdfeuernngen  mit  Planrosten  betrieben.  Durch
ein  Feuergewölbe  wird  die  Stichflamme  von  den  Pfannen  abgehalten.  Der
            
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