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Sulz erworben hatte, wurde ihm von der Regierung seine Besoldung von 1000 fl.
im Etat 1864/67 ans 1300 fl. erhöht. Schon in den Jahren 1861/3 hatte
man eine jährliche Zulage von 100 fl. gewährt; im Jahre 1863 wurde auch
dem p. Braun der Titel und Rang eines Salinenverwalters verliehen. Die
Besoldung von 1300 fl. war pensionsberechtigt. Die Kanzleikosten für die Sa
line Sulz waren im Etatjahr 1864/7 ans 300 fl. jährlich festgesetzt. Außer
dem war um diese Zeit in Sulz noch ein Platzmeister mit 551,12 fl. Jahres
gehalt tätig, sowie ein Amtsdiener. In dem Hauptfinanzetat von 1867/70
wurde dem Platzmeister eine jährliche Teuerungszulage von 52 fl., auf die Woche
1 fl. gewährt Z. Zn dem Arbeitsfeld des Platzmeisters von Sulz gehörte auch
die Buchhaltung, vielfach erfüllte er auch die Funktion eines Salinen-Assisten-
ten. Nach dem Hauptfinanzetat von 1870/73 waren auf der kgl. Saline Sulz
folgende Beamten tätig 2 ):
Name. Besoldung.
Salinenverwalter Haller 1300 fl.
Amtsdiener 24 fl.
Hierzu ist ergänzend zu bemerken, daß um diese Zeit der mit 700 fl. be
soldete Posten eines Salinenverwaltnngsassistenten unbesetzt war, jedoch hatte die
Besetzung etatsmäßig zu erfolgen. Die bis dahin von dem Platzmeister Bür
gert ausgefüllte Stellung, welche nach dem Etat von 1867/70 mit 603,12 fl.
besoldet war, wurde nicht mehr besetzt. Bürgert erhielt in Anerkennung seiner
Dienste bei seiner Entlassung eine besondere finanzielle Belohnung. Für die
Beaufsichtigung der weitentfernten Bohrlöcher, ebenso für die Ueberwachnng des
Hallerdebanes war es notwendig, eine jüngere Kraft als die des bisherigen
Platzmeisters zu beschaffen, was auch geschah. Im Jahre 1870 befand sich auf
der Kgl. Saline Sulz 1 Siedehans mit 1 Dampfpfanne und 1 Siedepfanne im
Betrieb. Um diese Zeit betrug die Jahresproduktion etwa 25 000 Ztr. Koch
salz und 60—70 000 Kübel Hallerde. Letztere wurde ans der Saline verpacht
und vor dem Versand mit Sole befeuchtet.
Was die chemische Zusammensetzung der Sole aus der Saline zu Sulz be
trifft, so ergab sich hier nach Fehling folgender Gehalt. Es enthielten 100
Teile Sole^):
Chlornatrium 23,4733
Schwefelsauren Kalk 0,5080
Kohlensauren Kalk 0,0162
Wasser
28,9975
76,0025
100,0000
Hiernach muß die chemische Zusammensetzung der Snlzer Sole als eine
sehr einfache bezeichnet werden. Im übrigen ist die Sole klar und farblos; sie
führt sehr geringe Mengen Kupfer mit sich. Die chemische Zusammensetzung des
Kochsalzes von Sulz zeigt folgendes Bild. Es enthalten 100 Teile Kochsalz:
Chlornatrium
Chlorcalcium
Schwefelsauren Kalk
Kohlensauren Kalk
Wasser
96,2077 mit 58,35010 Chlor
0,0252 „ 0,01616 „
0 0343 58 ' 8602fi Chlor.
2,1006
100,0000 1 2 3 *
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahrg. 1867. II. Beil.-Bd. S. 422.
2) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahrg. 1870. II. Veil.-Bd. S. 342.
3) Fehling, Chemische Untersuchung der Solen der Kgl. württ. Salinen. Stutt
gart 1847, Seite 66 u. 68.