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einen Lagerraum für das Zehntsalz bereit zu stellen. Dies die wesentlichen
Punkte des Vertrages, der am 2. August 1798 von dem Kurfürsten Maximi
lian Franz, Hoch- und Deutschmeister, mit dem vorerwähnten Kontrahenten zu
Frankfurt a. Main geschlossen wurde.
Aus der weiteren geschichtlichen Entwicklung der Clemenshaller Salinen-
Pachtgesellschaft seien noch folgende Daten hervorgehoben. In das Pachtver
hältnis trat neben den Legations-Rat Bertuch dann noch der spanische Berg
werksdirektor Hoppensack, zu welchen beiden Gesellschaftern als dritter der wei-
marische Kammerpräsident Freiherr von Kalb trat. In der Folgezeit gab dann
der Legations-Rat Bertuch seinen Pachtanteil an den Freiherrn von Kalb ab,
als nunmehr im Jahre 1802 der Pachtteilhaber Hoppensack sich zum Zwecke
bergbaulicher Betätigung nach Spanien begab, übernahm dessen Pachtanteil der
ehemalige Sachsen-Weimarische Legationsrat, spätere pensionierte kgl. württemb.
Salinendirektor Thon. Nachdem im Jahre 1803 das Gebiet des Deutschordens
an Württemberg gefallen war, ergaben sich als Pächter Freiherr von Kalb und
der Salinendirektor Thon. Durch den im Jahre 1820 erfolgten Tod des Frei
herrn von Kalb wurde eine Uebernahme der freigewordenen Pachtanteile not
wendig, die durch den Eintritt des Kaufmanns Saudel erfolgte.
Um das Jahr 1806 wurde die Saline in der Hauptsache mit Gradierung
betrieben, doch hatte die Pachtgesellschaft schon in den Vorjahren Bohrversuche
unternommen, um höhergradige Solen zu erzielen, Diese Bohrversuche waren
nicht ohne Erfolg geblieben, sodaß sich die Salzproduktion nicht unwesentlich hob.
Im Oktober 1806 wurde die Saline von einen« Sturmwind heimgesucht, wel
cher einen großen Teil der Gradierung in der Mitte der beiden Gradierhäuser
niederlegte, ein Mißgeschick, das einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden be
deutete. Um diese Zeit hatte die Pachtgesellschast ein Kapital von nahezu
300 000 Gulden in der Saline angelegt. Die fortgesetzten, übrigens sehr kost
spieligen Bohrversuche der Gesellschaft ergaben im Jahre 1808 bereits eine
7 grädige Sole, bis endlich am 24. Dezember 1810 in dem Badebrunnen in
einer Tiefe von 600 Fuß die erste gesättigte, also 27prozentige Sole erzielt
wurde.
Am 3. Juli 1811 hatte die Kgl. Saline Offenau die Ehre, den Besuch
des Königs Friedrich I. zu empfangen. Es dürfte von Interesse fein, über den
Besuch des Königs hierüber den Origiualbericht der alten, bedeutenden württem-
bergischen Zeitung „Schwäbischer Merkur" kennen zu lernen, den ivir hier
wörtlich folgen lassen. Es heißt dort *):
„Heilbronn, den 3. Juli 1811. Heute Vormittag verfügten Sich Seine
„Königliche Majestät über Neckarsulm, Kochendorf nach der König!. Saline
„Offenau; das erste Mitglied derjenigen Gesellschaft, welche dieselbe administriert,
„Legatiousrath v. Thon, hatte die Ehre, Seiner Königlichen Majestät die sämt-
„lichen Einrichtungen zu zeigen. Allerhöchst dieselbe besahen nicht nur die
„Gradir- und Siedhäuser, sondern auch mit vorzüglichem Interesse und Auf
merksamkeit die industriös angelegten Saug- und Pompwerke, wodurch aus
„einer Tiefe von 600 Fuß Wasser-Sohle von beträchtlichem Gehalt zu Tage ge-
„fördert wird."
Die technischen Anlagen der Saline Offenau wirkten für andere Salinen
1) Schwäbischer Merkur. Jahrgang 1811, Seite 275.