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FRANKREICH — Finanzen (Budget).
Der erste Pariser Friede vom 30. Mai 1814 belies Frankreich
nicht nur sein vor 1789 besessenes Gebiet, sondern ausserdem auch
Avignon, Mümpeigard, einen Theil von Savoyen und mehrere Grenz
kantone von Belgien. Durch den zweiten Pariser Frieden, vom 21.
Nov. 1815, verlor es dagegen liievon Savoyen, die belgischen Grenz
kantone und die Festungen Landau (seit 1713 besessen), Saarlouis,
Saarbrücken, Marienburg und Pliilippeville; es erhielt seinen jetzigen
Gebietsstand.
1830 ward Algier erobert, und die dortige Besitzung wird seit
dem zu vergrössern gestrebt (s. die Rubrik „Auswärtige Besitzungen.“)
r i n a 11 z e n •
Budget.
Wir theilen zunächst die Positionen des Budgets für das laufende
Jahr 1856 mit.
Einnahmen :
Directe Steuern, nämlich: 1) Grund-, 2) Personal-und Mo
biliar-, 3) Thür- u. Fenstersteuer, 4) Patentgebühr (Gewerb-
steuer); für allgemeine (Staats-) Bedürfnisse •280’735,900, für
spezielle (Départemental-) Bedürfnisse 148’757,602, zus.
Domänen, Waldungen, Fischereien
Indirecte Auflagen, nämlich: Enregistrement und Stempel
311 Mill,, Mauth und Salzsteuer 187’639,000, Getränksteuer
(Contributions indirectes, die ehemaligen droits réunis)
373798,000, Post 57’262,000 = ....
Eventuelle Departementalumlagen ....
Einkünfte aus Algerien
Einnahme aus den Colonien
Fr. 429'493,602
- 40788,332
929’699,000
17700,000
17700,000
Einkünfte für den Dienst der Civilpensionen . . • . - 10’962,500
Reserve der Amortisationscasse - 98’091,543
Vermischte Einnahmen ....... - 34’697,263
Rückzahlung von Eisenbahngesellschaften auf Staatsvorschüsse etc. - 8’654,792
Veräusserung von Staatswaldungen - 15’000,000
Gesammteinnahme Fr. 1,601’586,732
Ausgaben:
Ministerium des Staats Fr.
- der Justiz
- des Auswärtigen
- des Innern
- der Finanzen
13’066,200
27719,770
lO’Ol 1,600
136’880,940
771798,900
Ministerium des Kriegs 339'861,842
- der Marine u. Colonien 123’655,599
- des öffentl. Unterrichts 63758,936
- des Ackerbaus, Handels
u. der öffentl. Arbeiten 111’837,741
Zusammen 1,598’286,528
Obwohl noch inmitten des Krieges aufgestellt, wurden doch alle
Positionen des Budgets nur nach den gewöhnlichen Verhältnissen be
messen. Die Kriegskosten sollten durch ausserordentliche Mittel (An
lehen) gedeckt werden. — Der Militärstand war bei obiger Fixirung
des Budgets zu 378,911 M. und 90,191 Pferde angenommen. — lu
dem Etat des „Staatsministeriums“ ist der Zuschuss für die „Ehren
legion“ mit 2’795,700 Fr. (gegen 2’109,500 im Vorjahre) einbegriffen.
Der grösste 1 heil des Aufwandes für die Ehrenlegion wird übrigens
aus den derselben zugewiesenen Dotationen bestritten, indem die