1. Die treibenden Kräfte.
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für sich verschiedene Nachteile, wie geringe Raumausnutzung,
große Feuersgefahr, starke Mäuse- und Rattenplage, anhaften,
geht man in den letzten zehn Jahren in Ölfabriken immer mehr
zur Anwendung der Silospeicher über.
Diese sind dadurch charakterisiert 4 ), daß die Magazine
nicht in mehrere Etagen zerfallen, sondern durch viele eng aneinanderliegende,
meist sehr hohe Vertikalabteilungen von kleinem
Querschnitt in ein System von Vorratskammern geteilt sind,
die durch Elevatoren und Transportbänder in einfacher Weise
gefüllt und durch unten angebrachte Abzugsöffnungen bequem
entleert werden können. Dazu kommt als weiterer Vorzug, daß
ein Umfüllen der Saat von einem in den anderen solchen Schacht
(Silo) durch die erwähnten Elevatoren und Transportbänder
ebenfalls sehr leicht erreicht werden kann, und daß dadurch das
Umstechen der Saat, wie dies in den Bodenspeichern nötig ist,
in den meisten Fällen vollkommen ersetzt wird. Außer diesen
Vorteilen der vollkommenen Raumausnutzung und der einfachen
durchaus mechanischen Saatförderung, haben die Silospeicher
auch noch den Vorzug größtmöglicher Feuersicherheit und geringer
Ratten- und Mäuseplage.
Überblicken wir noch einmal zusammenfassend die Ergebnisse
technischen Strebens auf dem Gebiete der mechanischen
Fortbewegung der Ölsaaten von ihrer Ankunftsstätte bis zur
Stätte der Verarbeitung, so können wir auf Grund meiner obigen
Ausführungen feststellen, daß der Technik die Lösung dieses
Problems vollkommen gelungen ist, läßt sich doch heute dabei
menschliche Arbeitskraft fast vollständig entbehren. Etwas anderes
ist es nun allerdings, ob diese Erfindungen allen Ölmühlen
in gleichem Maße zugänglich sind; diese Frage muß verneint
werden, denn es werden sich die Betriebs- und Amortisationskosten
derartiger Anlagen für mechanische Einlagerung und
Fortbewegung von Ölsaaten wegen der stets verhältnismäßig
hohen Anlagekosten 5 ), wie auch des ziemlich bedeutenden Kraftaufwandes,
welcher zü ihrem Betriebe nötig ist, erst bei einer
hohen täglichen Produktion einer Ölmühle geringer stellen, als * 6
4 ) Vgl. „Seifensiederzeitung" 1902. S. 600.
6 ) Nach einer durch Verfasser von einer bekannten Mühlenbauanstalt
eingezogenen Erkundigung belaufen sich z. B. die Anlagekosten einer Silospeicheranlage
von 1000 t Fassungsvermögen einschließlich der notwendigen
Vorrichtungen zur Saatbeförderung auf ca. 60000 Mk.