Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

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zuführen,  wäre  verfrüht,  weil  ich  noch  einige  andere  technische
Verbesserungen  zu  besprechen  habe,  deren  Einführung  ebenfalls
von  Einfluß  auf  die  Höhe  der  Kapitalien  der  modernen  Ölmühlen ­
  gewesen  ist.  Ich  begnüge  mich  daher  an  dieser  Stelle
mit  einem  Hinweis  auf  die  weiter  unten  folgenden  Zahlenangaben
und  erwähne  nur  noch,  daß  das  zur  Einrichtung  und  zum  Betriebe ­
  moderner  Ölmühlen  erforderliche  Kapital  tatsächlich  ein
viel  höheres  ist,  als  es  den  Klein-  und  Mittelbetrieben  in  der
Regel  zur  Verfügung  steht.
Ich  wende  mich  nunmehr  zum  dritten  Punkte,  nämlich  zu
der  Tatsache,  daß  die  Verbilligung  der  Produktionskosten  zusammen ­
  mit  anderen  Faktoren  eine  gewisse  Spezialisation  in
der  Ölmüllerei  herbeigeführt  hat.
Die  zunehmende  Konkurrenz  unter  den  einzelnen  Ölfabriken,
welche  durch  den  sich  immer  mehr  entwickelnden  Verkehr  und
den  Übergang  Deutschlands  zur  Weltwirtschaft  gesteigert  wurde,
—  diese  zunehmende  Konkurrenz  zwang  die  Fabrikanten,  auf
eine  möglichst  rationelle  Ausgestaltung  ihres  Betriebes  das  größte
Gewicht  zu  legen.
Aus  meinen  früheren  Ausführungen  (S.  58)  geht  hervor,
daß  die  Ölausbeute  bei  gleichen  Druckverhältnissen  in  offenen
Pressen  wesentlich  besser  als  in  geschlossenen  Pressen  ist.  Nun
arbeitet  man  allerdings  heute  bei  geschlossenen  Pressen  vielfach
mit  einem  höheren  Preßdruck  als  bei  offenen  Pressen,  trotzdem
aber  ist  bei  letzteren  die  Ölausbeute  wegen  des  leichteren  Ölabflusses ­
  immer  noch  eine  etwas  größere.  Andererseits  ist
wiederum  bei  den  geschlossenen  Pressen  die  Reinlichkeit  der
Arbeit  eine  weitaus  bessere  als  bei  den  offenen  Pressen,  was
natürlich  von  großem  Einflüsse  auf  die  Qualität  der  erzeugten
Öle  ist.  Während  nun  der  Fabrikant  technischer  Öle  eine  möglichst ­
  hohe  Ölausbeute  erzielen  will,  um  auf  diese  Weise  die
Produktionskosten  pro  Einheit  hergestellten  Fabrikates  zu  vermindern, ­
  muß  man  bei  der  Herstellung  von  Speiseölen  in  erster
Linie  darauf  bedacht  sein,  ein  möglichst  reines  Öl  zu  erhalten,
weil  der  Verkaufspreis  der  Speiseöle  fast  ausschließlich  von  der
Qualität  derselben  abhängig  ist.  Wir  sehen  somit,  daß  sich  zur
3.  Errichtung  größerer  Rohmaterialspeicher  und  Fabrikatlagerräume
und
4.  Vermehrung  des  umlaufenden  Kapitals  infolge  größerer  Rohmaterialund
  Fabrikatvorräte.
K  f  a  u  e,  Ölmüllerei.

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