2. Die Entwicklung an der Hand der statistischen Aufnahmen. 165
richtung eigener Reparaturwerkstätten für Maschinen, Fässer
usw., Vermehrung der Zahl der Hof- und Lagerarbeiter usw.).
Ein weiteres Moment, welches für eine relativ größere Produktionsmenge
der größeren Betriebe spricht, hängt mit der
besseren Ausnutzung des Rohstoffes in diesen Betrieben zusammen.
Wir haben im vorigen Abschnitt gesehen, daß sich mit
der Einführung der neuen Technik die Ausbeute an Öl um
mehrere Prozente erhöhte; infolge dieser erhöhten Ölausbeute
brachten also schon die größeren Betriebe, in denen allein sich
die neue Technik einführte, größere Produktenmengen an den
Markt als die kleinen Betriebe.
Außer diesen Punkten fällt weiter noch ins Gewicht, daß
in einem Teile der kleinen Mühlen nicht ununterbrochen das
ganze Jahr, sondern nur wenige Wochen oder Monate nach der
Ölsaatenernte gearbeitet wird, während die größeren Mühlen
das ganze Jahr hindurch oder doch wenigstens zwei Drittel des
Jahres in Betrieb sind. Auch haben viele der kleinen Wassermühlen
nicht genug Wasser, um den ganzen Tag oder die ganze
Woche ununterbrochen arbeiten zu können, sondern müssen oft
tagelang, bzw. mehrere Stunden am Tage stillliegen, damit sich
erst wieder genügend Wasser für den Betrieb des Wasserrades
ansammeln kann. Endlich darf man auch nicht die produktiven
Kräfte vergessen, welche in der nur in größeren Betrieben intensiv
durchgeführten Arbeitsteilung und Arbeitsvereinigung
liegen.
Unter Berücksichtigung aller dieser Momente glaube ich
auf Grund eingehender Untersuchungen eher zu niedrig als zu
hoch zu greifen, wenn ich die von jeder der in den größeren
Betrieben beschäftigten Personen hergestellte Produktenmenge
heute als viermal so groß annehme, wie die auf jeden der in
den kleinen Betrieben Beschäftigten entfallende. Selbstverständlich
macht diese Zahl keinen Anspruch auf absolute Genauigkeit;
es wird vielmehr der Unterschied zwischen den größten
und kleinsten Ölmühlen ein größerer sein, während derselbe bei
den um die Grenze von fünf beschäftigten Personen sich bewegenden
Mühlen wahrscheinlich geringer ist.
Berechnet man also unter Zugrundelegung der Zahl 4 den
Anteil der Kleinbetriebe an der gesamten erzeugten Produktenmenge,
so findet man, daß sich dieser im Jahre 1907 auf nur
mehr 5,1 % beläuft; die Entwicklung in der Ölmüllerei