3. Die soziale Bedeutung der großindustriellen Entwicklung. 173
Tabelle II.
Die soziale Stellung der in den Ölmühlenhauptbetrieben
tätigen Personen.
1875
1882
1895
1907
ln den Alleinbetrieben
und den Betrieben mit
1—5 Personen waren
Geschäftsleiter . . .
Verwaltungs- usw.
personal
Gehilfen u. Arbeiter 1 )
2551
jl843
824
31
1529
480
36
1393
447
61
1045
Geschäftsleiter . . .
214
177
213
262
In
den Betrieben mit
Verwaltungs- usw.
6
u. mehr Pers. waren
personal
365
373
602
1130
Gehilfen u. Arbeiter 1 )
3974
4326
5197
5766
Die erste Tabelle läßt deutlich die bedeutenden Veränderungen
erkennen, welche in der sozialen Stellung der in der
Ölmüllerei beschäftigten Personen vor sich gegangen sind. Von
1882—1907 fand eine Verminderung der Selbständigen um 1649
oder 48,6 °/ 0 statt, wohingegen die Abhängigen in derselben
Zeit um 4591 oder 121,6 °/ 0 zugenommen haben. Von den Abhängigen
hat sich relativ am meisten das kaufmännische und
technische Verwaltungs- und Aufsichtspersonal vermehrt, nämlich
um 1151 oder 537,9 °/ 0 , die Gehilfen und Arbeiter um 3440
oder 96,5 °/ 0 .
Wie sich die Zu- und Abgänge auf die größeren und kleinen
Betriebe verteilen, zeigt uns die zweite Tabelle, welche auf
Grund der Gewerbeaufnahmen die Veränderungen in den
Hauptbetrieben feststellt. Darnach hat sich von 1875—1907 in
den Kleinbetrieben die Zahl der Selbständigen um 82,5 °/ 0 , die
der Abhängigen um rund 40°/ 0 vermindert * 2 ), in den größeren
Betrieben dagegen um 22,4 °/ 0 , bzw. 58,9% zugenommen.
Sehr interessant sind die Aufklärungen, welche uns die
Berufsstatistik durch ihre Angaben über hauptberufliche und
x ) Einschließlich mithelfender Familienangehöriger.
2 ) Von 1875 bis 1882 allein um 67,7 °/ 0 . Die Gründe für diesen bedeutenden
Rückgang habe ich im vorhergehenden Kapitel näher auseinandergesetzt.
Diese Gründe treten gerade Ende der siebziger Jahre besonders
stark in Erscheinung, wie dort ebenfalls näher ausgeführt. Von
1875 bis 1882 haben sich daher auch die Selbständigen der größeren Betriebe
vermindert, nämlich um 17,3°/ 0 .