Full text : Die deutsche Ölmüllerei

174  III.  Die  Ausbildung  des  Fabrikbetriebes  von  1870  bis  zur  Gegenwart.

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nebenberufliche  Tätigkeit  der  in  der  Ölmüllerei  beschäftigten
Personen  in  bezug  auf  die  aus  der  Beschäftigung  mit  Ölmüllerei
fließenden  Einkommen  gibt.  Von  der  Gesamtzahl  der  in  Ölmühlenbetrieben ­
  selbständig  Tätigen  übten  1882  nur  28,3  %
die  Ölmüllerei  hauptberuflich  aus,  und  von  diesen  wieder  nur
21,3%,  d.  s.  6%  der  Gesamtzahl,  ohne  Nebenberuf  oder  Nebenerwerb. ­
  Für  1895  waren  die  entsprechenden  Zahlen  25,5%,
37,5  %  und  9,6%,  für  1907  40%,  55,8  %  und  22,4%.  Diese
hohen  Prozentsätze  der  sich  neben  der  Ölmüllerei  noch  einer
anderen  Beschäftigung  widmenden  selbständigen  Personen,  bzw.
der  die  Ölmüllerei  überhaupt  nur  als  Nebenerwerb  treibenden
Selbständigen,  lassen  erkennen,  daß  die  aus  dem  Betriebe  von
Ölmühlen  fließenden  Gewinne  in  der  Mehrzahl  der  Fälle  nicht
gerade  glänzende  sein  können.
Man  könnte  gegen  diese  Folgerung  einwenden,  daß  man
aus  der  großen  Zahl  der  sich  neben  der  Ölmüllerei  noch  mit
einem  Nebenerwerb  beschäftigenden  Selbständigen  nicht  ohne
weiteres  auf  geringen  Gewinn  bei  der  Ölmüllerei  schließen
könne,  da  wir  ja  gesehen  haben,  daß  ein  großer  Teil  der  Ölmühlen ­
  wegen  der  nur  in  beschränktem  Maße  zur  Verfügung
stehenden  Triebkraft  (Wasser  und  Wind)  nur  einen  Teil  des
Jahres  in  Betrieb  ist.  Es  ist  also  sehr  wohl  denkbar,  daß  der
Ölmüller,  obwohl  die  Ölmühle  sich  im  allgemeinen  gut  rentiert,
noch  einen  Nebenerwerb  betreibt,  um  die  ihm  neben  seiner
Tätigkeit  in  der  Ölmühle  verbleibende  Zeit  nutzbringend  zu  verwerten. ­
  ln  manchen  Fällen  mag  dies  zutreffen,  meistens  ist
aber  wohl  die  mangelnde  Rentabilität  die  Ursache  des  Nebenerwerbs, ­
  wenigstens  wurde  mir  bei  meinen  Erkundigungen
immer  die  Antwort  gegeben,  die  Konkurrenz  der  größeren  Ölmühlen ­
  hätte  den  Gewinn  so  herabgedrückt,  daß  die  Ölmüllerei
allein  ihren  Mann  nicht  mehr  ernähre.
Weiter  geht  auch  aus  den  absolut  bedeutend  fallenden
Zahlen,  sowohl  der  die  Ölmüllerei  überhaupt  betreibenden  Selbständigen, ­
  wie  auch  der  die  Ölmüllerei  nur  als  Nebenerwerb
oder  -beruf  ausübenden  Selbständigen,  hervor,  daß  in  vielen
Fällen  sich  der  Betrieb  der  Ölmühle  überhaupt  als  dauernd  unrentabel ­
  herausgestellt  hat.  Andererseits  aber  zeigt  uns  das
Steigen  des  Prozentsatzes  der  die  Ölmüllerei  ohne  Nebenerwerb
ausübenden  Selbständigen,  daß  die  großbetriebliche  Entwicklung ­
  der  letzten  30  Jahre  hier  Besserungen  gebracht  hat.  Aus
            
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