Full text : Die deutsche Ölmüllerei

178  HI,  Die  Ausbildung  des  Fabrikbetriebes  von  1870  bis  zur  Gegenwart.

samtsumme  der  in  Ölmühlen  tätigen  Frauen  waren  mithelfende
Familienangehörige  1895:  27,4  °/ 0 ,1907:40,3%.  Nach  der  Größe
der  Betriebe  verteilt,  ergibt  sich  von  der  Ausdehnung  der  Frauenarbeit ­
  für  1895  und  1907  folgendes  Bild:

1895

Betriebe  mit

Weibl.  Gehilfen

Mithelfende  weibl.

Personen

u.  Arbeiterinnen

Familienangehörige

1—5

93

136

6—20

48

3

21  u.  mehr

227

—

1907

Betriebe  mit

Weibl.  Gehilfen

Mithelfende  weibl.

Personen

u.  Arbeiterinnen

Familienangehörige

1—5

40

184

6—10

25

9

11—50

77

—

51  u.  mehr

144

—

Was  die  Beschäftigungsweise  der  Frauen  angeht,  so  muß
man  hier  scharf  zwischen  der  Tätigkeit  in  größeren  und  kleineren ­
  Betrieben  unterscheiden.  In  den  Großbetrieben  werden
die  Frauen  fast  ausschließlich  damit  beschäftigt,  die  zerrissenen
Preßtücher  wieder  zu  flicken.  Zu  diesem  Zwecke  ist  meist  ein
gesonderter  Raum  vorhanden,  in  welchem  die  Frauen  auf  an
die  Transmission  angeschlossenen  oder  elektrisch  betriebenen
Nähmaschinen  diese  Arbeit  verrichten.  In  den  Kleinbetrieben
dagegen  werden  die  Frauen  zu  allen  möglichen  Arbeiten  herangezogen ­
  und  ersetzen  hier  in  vielen  Fällen  eine  männliche  Hilfskraft. ­
  Mit  letzterer  Tatsache  dürfte  es  Zusammenhängen,  daß
die  Zahl  der  mithelfenden  weiblichen  Familienangehörigen  von
1895—1907  um  54  oder  rund  39%  gewachsen  ist:  unter  der
Einwirkung  der  Konkurrenz  der  großen  Ölfabriken  ist  es  dem
kleinen  Ölmüller  häufig  nicht  mehr  möglich,  sich  eine  männliche
Hilfskraft  zu  halten,  und  er  zieht  nunmehr  an  deren  Stelle  seine
weiblichen  Familienangehörigen  zur  Unterstützung  bei  der  Arbeit ­
  heran.  Da  nun  die  Arbeit  in  diesen  kleinen  Ölmühlen,  die
            
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