2. Die Änderungen in der Technik der Ölerzeugung. 59
disburg bei Magdeburg eine stehende hydraulische Ölpresse
baute; 1821 wurde dann in Bremen von einem gewissen Henry
Plump 3 ) die erste horizontale Ölpresse in Gebrauch genommen,
welche nach einer Version von ihm selbst erbaut, nach einer
anderen von der Firma Bramah bezogen sein soll. Als die Ölpressen
sich allmählich im Laufe der nächsten Jahrzehnte ausbreiteten,
baute man teils eigene Vorschlag- und Nachschlagpressen,
teils benutzte man die gleichen Pressen zum Vor- und
Nachschlag; häufig benutzte man die hydraulischen Pressen
auch nur zum Vor- oder Nachschlag und daneben Pressen anderer
Systeme. Auch waren diese Pressen teils stehende, teils
liegende, zum Teil offene, zum Teil geschlossene; Einzelheiten
lassen sich darüber jetzt nicht mehr feststellen, haben aber auch
für uns wenig Wert.
Wie ich im nächsten Kapitel noch näher ausführen werde,
standen der allgemeinen Einführung der hydraulischen Pressen
in den ersten Jahrzehnten des verflossenen Jahrhunderts noch
verschiedene rein wirtschaftliche Schwierigkeiten entgegen; vielfach
wurde aber auch in dieser Einführungsperiode noch überhaupt
die Überlegenheit dieser Pressen über die anderen Pressensysteme
angezweifelt.
Ich will mich daher jetzt der Frage zuwenden, worin die
hauptsächlichsten Vorteile der hydraulischen Pressen gegenüber
den anderen Pressen bestanden, d. h. also der Frage, ob die
Produktivität der hydraulischen Pressen eine höhere, die Produktionskosten
pro Einheit hergestellter Fabrikate aber geringere
waren als bei den anderen damals in Betracht kommenden
Pressen.
Der bedeutendste Gegner, welcher sich der Einführung der
hydraulischen Pressen entgegenstellte, war die Keilpresse. Da
dieselbe bisher fast ausschließlich in allen größeren Ölmühlen in
Benutzung gewesen war, wird man gerade bei einem Vergleiche
zwischen ihren Leistungen und Produktionskosten und denen
der hydraulischen Pressen deutlich die Unterschiede zwischen
alter und neuer Technik erkennen können 4 ).
s ) Die Nationalität dieses Plump ist nicht einwandfrei festgestellt;
einige behaupten, er sei Deutscher gewesen, andere Engländer.
*) Das bei diesem Vergleiche benutzte Zahlenmaterial ist entnommen:
„Mitteilungen des Oewerbevereins für das Königreich Hannover“, Jahrg.
1844, S.28—32; 1859, S. 308—10. „Förster’s Allgemeine Bauzeitung“, Jahrg