Full text: Die deutsche Ölmüllerei

84 H. Die "Entstehung und Ausbildung des Fabrikbetriebes bis 1870. 
Nachpressen arbeitete, und damit täglich ca. 5—6000 kg Rüböl 
gewann 3 ): 
Frs. 
1. Eine Mitteldruckdampfmaschine von ca. 40P.S. 
mit 2 Generatoren, die eine Verdampfungs 
kraft von 60—65 qm Heizoberfläche haben 38000—40000 
2. Zwei Ölgänge mit dem nötigen Zubehör . . 10000—11000 
3. Ein Quetschwalzwerk mit Vorgelege, Aus 
rücker, Aufschütter usw 2500— 2800 
4. 8 Samenwärmer, von denen ein Teil mit freiem 
Feuer, ein Teil mit Dampf geheizt wird. 
Jeder 500 Frs 4000 
5. 6 horizontale Doppelpressen, von denen zwei 
zur Vor-, vier zur Nacharbeit dienen, ca. . . 24000 
6. drei Injektionströge, von denen jeder zwei 
doppelten und gekuppelten Pressen entspricht 7000—7500 
7. Die gesamte Transmission 11000—11100 
8. Das gesamte Röhrenwerk für Pressen, Pumpen, 
Wärmeöfen usw ca. 5000—5500 
9. Ein Sackaufzug (inkl. Transmission) zum 
Transport der Saat in die Magazine ... 375 
10. Nebenapparate wie Putzmühlen, Ölpumpen usw. 
ca. 600—800 
Summe Frs. 102475—107075 
Für eine Reinigungsanlage für das gewonnene Öl war eine 
weitere Aufwendung von ungefähr 14—15000 Frs. nötig, so daß 
sich die Anschaffungs- und Montierungskosten des maschinellen 
Apparates einer derartigen Anlage auf ungefähr 120000 Frs. mit 
Dampfmaschine und 70—80000 Frs. ohne Dampfmaschine stellte. 
Hat man es bei dem hier angeführten Kostenanschläge auch 
mit einem für damalige Verhältnisse sehr bedeutenden Unter 
nehmen zu tun, so geht doch aus demselben zur Genüge hervor, 
daß schon zur Anlage kleinerer Ölmühlen große Kapitalien Vor 
bedingung waren. Dies wird noch klarer, wenn man in Betracht 
zieht, daß bei obigem Anschläge die Grundstücks- und Gebäude 
kosten nicht mit in Ansatz gebracht worden sind. Auch sind in 
der Kostenberechnung die Anschaffungspreise der 6 Doppel- 
*) Vgl. Försters „Allgemeine Bauzeitung“, Jahrg. 1857, S. 165 ff.
	        
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