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werden ja auch heute schon eingehend auf die praktischen Beziehungen
zugeschnitten.
I). Technik: Eine nicht zu unterschätzende Bedeutung hat
auch die Technik in ihrer mannigfachen Verwandtschaft mit dem
Handel und der Industrie für den zukünftigen Treuhänder, so
daß der Besuch solcher Vorlesungen obligatorisch sein müßte.
Auch die Frage, welche Schule die Ausbildung übernehmen
soll, ist zur Diskussion gestellt worden. So hält z. B. Römer r )
nichts von der Verpflanzung des Bücherrevisorenstudiums auf
die Handelshochschule, er fordert besondere Fachschulen, „die nicht
vom Kapital oder vom Staat, sondern allein von den Revisoren
selbst ausgehen", um eine vollständige Unabhängigkeit^) der
Revisoren zu erzielen.
Meines Erachtens ist zur Ausbildung von Bücherrevisoren
allein die Handelshochschule berufen, und es wäre nur zu wünschen,
wenn sich recht bald andere Handelshochschulen dem Beispiel
Leipzigs anschließen würden, um derartige Kurse einzuführen,
allerdings auf breiter Basis. Kurz vor Fertigstellung meiner
Arbeit bringt eine Zeitungsnotiz mir Kenntnis, daß die Handelshochschule
in Köln den Versuch macht, ein „Seminar für Treuhänder"
einzurichten. Ich möchte hier nicht verfehleil, auf die Gründe
— die mir meiner Meinung für alle angehenden Kaufleute recht
beachtenswert erscheinen — hinzuweisen, die zur Gründung des
Treuhandseminars geführt haben: „Für den kaufmännischen Beruf
hat sich die Tätigkeit als Revisor einer guten Treuhandgesellschaft
als eine Sprungbrettstellung erwiesen wie kaum eine
andere. Dieser Umstand hat einen großen Andrang _ zu diesen
Stellen zur Folge. Aber leider zeigt sich außerordentlich häufig,
daß die Bewerber gegenüber den schwierigen Aufgaben versagen,
woraus sich für beide Teile unangenehme Folgen ergeben. Um
den Bewerbern Gelegenheit zu gebeu, sich auf ihre Treuhänderqualifikation
zu prüfen und sie zu heben, ist an der Handelshochschule
Köln ein ,Seminar für Treuhänder' eingerichtet
worden".
Bedauerlich ist an der neuen Einrichtung, daß es sich hierbei
um einen Kursus von ganz beschränktem Umfang 3 ) handelt;
für die Übungen sind wöchentlich 2 Stunden vorgesehen. Hchfenth
In dem bei R. Beigel, Theorie und Praxis der Buchführungs- und Bilanzrevision,
Dresden 1808, zitierten Briefe Römers S. 129.
Ob dadurch der deutschen Wissenschaft die gewünschte Freiheit gebracht wird?
8 ) Wie sich der Verfasser vor Drucklegung seiner Arbeit vergewissern konnte,
ist der Ausbau des „Treuhandseminars" für das Sommersemester 1914 kraftvoll
vorgeschritten; es bestehen 2 Abteilungen: ein Vor- und ein Hauptseininar,
deren Abhaltung 4 Dozenten unter Leitung des Professors Schmalenbach obliegt.