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fast stürmischen Aufschwung, der noch gewaltiger wurde
mit der Erfindung des Thomasverfahrens. Da es sich hierbei
um ein Stahlbereitungsverfahren handelt so wuchs denn
auch die Stahlproduktion weit schneller als die Roheisenerzeugung.
Das bis dahin in hoher Blüte gestandene
Puddelverfahren wurde nur noch auf ganz wenige Spezialitäten
beschränkt, und das Bessemerverfahren wurde
auch weiter zurückgedrängt, da es immer schwieriger für
die westdeutsche Industrie wurde die hierzu erforderlichen
Erze zu beschaffen, während für das Thomasverfahren geeignete
Erze aus Lothringen-Luxemburg und vor allem
aus Schweden in hinreichender Menge angeboten wurden.
Seitdem in der deutschen Eisenindustrie der Stahl
seine vorherrschende Stellung gewonnen hat, entwickelte
sich in dem westdeutschen Industriegebiete ein ziemlich
scharfer Konkurrenzkampf zwischen der nordwestlichen
Gruppe Niederrhein-Westfalen einerseits und der südwestlichen
Gruppe Saargebiet-Lothringen-Luxemburg andererseits.
Im Südwesten fanden sich bis zur Mitte der 90er
Jahre fast ausschließlich reine Hochofenwerke, die das
erzeugte Roheisen in der Hauptsache versandten, nur ein
ganz geringer Teil wurde zu Stahl weiter verarbeitet. Im
Ruhrbezirk standen diesen reinen Hochofenwerken gleichzeitig
eine ganze Reihe reiner Stahl- und Walzwerke
gegenüber, die keine Erze aus der Ferne bezogen, sondern
Roheisen ankauften.
Solange der Südwesten und Nordwesten im Verhältnis
von Käufer und Verkäufer zueinander standen, bestand
weniger ein Wettbewerb. Dies wurde jedoch anders,
als man in Lothringen anfing die Werke zur Weiterverarbeitung
des Roheisens auszubauen. Mit dem Entstehen
der gewaltigen Stahlwerke im Südwesten, sah sich Niederrheinland
und Westfalen gezwungen, die Werke auch zu
erweitern, oder umzubauen. So entstehen in den 90er