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Roheisen in den Stahlwerken nahm in weit stärkerem
Maße zu. Während nun an der Mosel die Flußeisenwerke
fast ausschließlich ihren Stahl im Konverter herstellen,
sind an der Saar einige Werke mit Martinöfen entstanden.
Da aber, wie oben schon erwähnt, für diese Werke sich
die Frachtkosten für die Rohstoffe zur Erzeugung des
Martinstahles, und zwar in erster Linie für Schrott, äußerst
hoch stellen, so sind es auch nur Werke, die Spezialfab
rikate erzeugen, wie das Dillingerwerk mit seinen Panzer
platten und die Mannesmannwerken mit ihren Röhren und
andere Werke, die neben dem Thomasstahl noch bessere
Qualitäten von Flußstahl erzeugen. So finden wir in Lu
xemburg, in Lothringen und an der Saar im ganzen 34
Martinöfen mit einem Gesamtfassungsvermögen von 834
Tonnen,
Da nun in sämtlichen Flußeisenwerken jährlich eine
ziemlich große Menge Schrott entsteht, — man rechnet
10 °/ n der Gesamterzeugnisse — so sind die meisten Werke
des Südwestens gezwungen, diesen für die Stahlbereitung
sehr gesuchten Rohstoff wieder zu verkaufen. Und so
erklärt sich auch, daß vier Saarwerke, die ihren Schrott
gemeinsam verkaufen, jährlich ungefähr 100 bis 120 000 t
Hüttenneuschrott in Mannheim umladen und so im Sieger
land und bei Koblenz die Martinwerke zum Teil mit Roh
stoffen versorgen.
Weit günstiger gestalten sich die Verhältnisse im
größten deutschen Eisenindustriegebiete in Niederrheinland
und Westfalen. An sich geographisch schon äußerst gün
stig gelegen, hat man es verstanden die Lage noch wirk
samer auszubauen.
Da das Saargebiet seit 1902 eine besondere Roh
stahlstatistik führt, so ergibt eine Zusammenstellung seit
dieser Zeit folgendes Bild: