Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

52 
entgegenstellt. Dies würde sogar nur eine Umlaufszeit des 
Eisens von 20 Jahren bedeuten. Für letzere Annahme spricht 
auch noch der Umstand, daß nicht alles Eisen, das früher 
einem bestimmten Zweck gedient hat, nach seiner Aus 
rangierung sofort in den Martinofen oder in die Giesserex 
wandert. Sehr viel Altmaterial und in erster Linie Träger 
und Schienen, findet trotz seiner Ausrangierung in dem 
einen Betrieb noch Verwendung bei anderen Bauten, wo 
es auf Jahre hinaus noch seinen Zweck voll und ganz erfüllt. 
Doch soll in folgendem mit der angenommenen Um 
laufsperiode von 25 Jahren gerechnet werden, wenn auch 
nicht zu verkennen ist, daß in den letzten 15 Jahren eine 
25jährige Umlaufszeit nicht mehr ganz den Verhältnissen 
entspricht. Denn wenn eine kürzere Zeit angenommen 
wird, so ergeben sich für die zu anderen Zwecken als der 
Martinstahlbereitung verwandten Mengen Altschrott zu 
hohe Zahlen. Seit dem Jahre 1908 führt die deutsche 
Reichsstatistik in ihren Produktionserhebungen auch die 
Schrottmengen auf, die in den einzelnen Hüttenbetrieben 
Verwendung finden Wenn man diese Zahlen mit denen 
der errechneten Tabelle vergleicht, so stimmen sie im 
wesentlichen mit denselben überein bei Annahme einer 
25jährigen Umlaufszeit des Eisens, 
Die Produktionsstatistik hat für 1908 folgende Zahlen 
ermittelt: 
Schrottverbrauch in Hochöfen ...... 64 030 t 
Schweißeisenwerken . , 104433 „ 
Eisen- u. Stahlgießereien 592 412 „ 
Flußeisen-(Martin)werken 3 392 724 „ 
Sa. . . . 4153 599 t 
Die ermittelten Mengen Schrott, worunter altes Ma 
terial, Gußbruch oder Gußschrott zu verstehen ist, um 
fassen nur die in den einzelnen Betrieben eingebrachten 
und dort verbrauchten Mengen, nicht auch die in der eigenen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.