Full text : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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zu  organisieren.  Diese  Versuche  sind  sowohl  von  Seiten
der  Schrotthändler  als  auch  von  Seiten  der  Schrottabnehmer ­
  angestellt  worden.  Doch  traten  diesen  Unternehmungen ­
  immer  Schwierigkeiten  entgegen.  Denn  der  Schrotthandel ­
  verteilt  sich  auf  eine  sehr  große  Anzahl  von  Firmen ­
  und  Personen,  die  unter  den  verschiedensten  Voraussetzungen ­
  arbeiten.  So  trifft  man  einerseits  Schrottfirmen,
die  den  Handel  mit  einem  Kapital  von  Millionen  betätigen, ­
  andererseits,  und  das  ist  bei  weitem  die  größere  Anzahl, ­
  gibt  es  aber  eine  Menge  von  Händlern,  die  den  Alteisenhandel ­
  nur  gelegentlich  betreiben.  Hierunter  fallen
besonders  jene  Händler,  die  man  in  jedem  Dorfe  antrifft
und  die  von  Ort  zu  Ort  ziehen  und  den  dort  entfallenden
Altschrott  aufkaufen  und  an  die  größeren  Firmen  weiter
absetzen.  Zwar  gibt  es  in  Deutschland  kleinere  Vereinigungen ­
  der  Händler,  so  in  Hamburg  und  in  Berlin,  doch  ist
der  Einfluß  derselben  auf  die  Schrottpreise  und  den  gesamten ­
  Handel  von  geringer  Bedeutung.
Auch  die  schrottverbrauchenden  Werke  haben  zu
verschiedenen  Zeiten  versucht  dem  Schrotthandel  eine
straffere  Organisation  zu  geben;  doch  sind  die  sämtlichen
entstandenen  Vereinigungen  über  kurz  oder  lang  alle  wieder
in  die  Brüche  gegangen.  So  wurde  im  April  1904  von
den  oberschlesischen  Werken  eine  Schrotteinkaufsgesellschaft ­
  unter  der  Firma  „Eisenhandelsgesellschaft  m.  b.  H.“
ins  Leben  gerufen.  Sie  wurde  lediglich  zu  dem  Zwecke
gegründet,  den  Werken  das  zur  Verhüttung  erforderliche
Altmaterial  so  günstig  als  möglich  zu  beschaffen.  Im  Juni
1907  traten  jedoch  mehrere  oberschlesische  Werke  aus
dieser  Vereinigung  aus  und  traten  auf  dem  Schrottmarkt
als  Konkurrenten  derselben  auf.  Da  nun  im  Osten  gerade
von  der  Eisenbahn  der  nur  noch  zum  Verhütten  geeignete
Schrott  freihändig  verkauft  wird,  so  trat  bald  bei  den  Altmaterialien ­
  eine  ganz  erhebliche  Preisteuerung  ein.  Der
            
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