Full text : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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man  ist  in  England  dazu  übergegangen  anstelle  der  bisherigen ­
  Prüfungsvorschriften,  die  sich  nur  auf  die  mechanischen ­
  Eigenschaften  des  Eisens  stützten,  die  chemische
Zusammensetzung  und  namentlich  in  erster  Linie  den
Phosphorgehalt  ebenfalls  als  Grundlage  für  die  Abnahme
festzusetzen.  Man  hat  von  maßgebender  Seite  als  Maximalgrenze ­
  für  den  zulässigen  Phosphorgehalt  der  Schienen
0,03  °/ 0  festgesetzt.  Diesen  Anforderungen  können  wir
mit  unserem  Thomasstahl  nicht  nachkommen.
Wenn  dieser  Umstand  auch  auf  den  ersten  Blick  die
Befürchtung  erregt,  unser  deutscher  Stahl  könne  auf  dem
Weltmarkt  dem  Wettbewerb  des  ausländischen  aus  Qualitätsmängeln ­
  nicht  standhalten,  so  ist  diese  Befürchtung
durchaus  unbegründet.  Des  öfteren  sind  schon  deutsche
Schienen  in  England  selbst  auf  den  Markt  gekommen,  und
wenn  sie  zurückgewiesen  wurden,  so  geschah  dies  niemals
ihrer  Qualität  sondern,  wie  sich  immer  später  herausstellte,
ihrer  Nationalität  wegen.
In  den  beiden  genannten  Ländern  ist  das  neue  Martinverfahren ­
  auch  nur  unter  Zwang  erfolgt.  Dieser  Zwang
besteht  in  der  schon  weiter  oben  gekennzeichneten  Beschaffenheit ­
  der  Erze.  Der  Mangel  an  phosphorreichen
Erzen  wie  sie  uns  in  Lothringen  und  Luxemburg  zur  Verfügung ­
  stehen,  hat  beim  Versiegen  der  Bessemererze  England ­
  und  die  Vereinigten  Staaten  genötigt,  zum  neuen
Martinverfahren  überzugehen.  Aehnlich  liegen  auch  die
Verhältnisse  in  Rußland  und  auch  in  Schweden,
Deutschland  macht  dagegen  eine  Ausnahme.  Hier
hat  das  Roheisenerzverfahren  nur  in  der  oberschlesischen
Eisenindustrie  Eingang  gefunden;  dort  liegen  die  Verhältnisse ­
  für  dieses  Verfahren  aber  auch  günstiger  als  r für
jede  andere  Stahlbereitungsart.  Doch  wird  in  Oberschlesien ­
  auch  noch  bis  40  °/ 0  Schrott  zugesetzt.  In  West ­
            
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