Full text: Grundzüge des positiven Völkerrechts

Vorwort. 
Die Not unseres Volles drückte uns die Feder in die Hand. 
Es scheint manchmal, als ob dem deutschen Volle der Sinn für 
sachliche Erörterungen über die Fragen des öffentlichen Lebens 
abhanden gekommen sei. Das Schlagwort regiert und findet im 
wirtschaftlichen und seelischen Druck, der auf uns allen lagert, den 
besten Nährboden. Da tut ein sachlich auiklärendes Wort bitter 
not. Hoffentlich erreicht es viele Volksgenossen. 
Wir stehen in einer völligen Umwälzung unserer öffentlichen 
Einnchtungen. Bisheriges Wissen und früheres Schrifttum sind 
veraltet. ■ Neues muß an die Stelle treten. Die demokratische 
Staatsform macht solches doppelt notwendig. Größeren Rechten 
folgen größere Pflichten. Eine der wichtigsten staatsbürgerlichen 
Pflichten besteht für jeden, der seinen Stimmzettel handhabt, 
dann, sich über Bedeutung und Wirkung seines staatsbürgerlichen 
Handelns Klarheit zu verschaffen. Dazu gehört aber in erster 
Linie die Kenntnis der Gmndlagen unseres öffentlichen Lebens. 
Mehr als je ist die alte Klage berechtigt, daß wir Deutschen 
ein unpolitisches Voll sind. Die neue Staatsform gründet die 
Staatsleitung auf breiteste Volkswünsche und geschulte Vollseinsicht. 
Deutschlands Zukunft dient daher jeder, der Kenntnisse und Sinn 
für innere und äußere Politll vermittelt oder erwirbt. Wenn 
der Blick für wirtschaftliche und politische Notwendigkeiten und 
Möglichkeiten mehr als bisher ins Voll getragen wird, so wachsen 
die geringen Mittel, die uns noch verblieben sind für Deutschlands 
neuen Aufstieg. 
Der Herausgeber.
	        
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