Object : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

756

Obst-  und  Beerenfrüohte  sowie  deren  Erzeugnisse.

bestimmte  Teil  der  Probe  vorher  zu  verdünnen.  Einen  Anhalt  für  den  Grad  der  vorzunehmenden ­
  Verdünnung  liefert  die  Menge  des  Gesamtextraktes  (einschließlich  allen
Zuckers).  Diese  Menge  ist  nach  Ziffer  III  3  zu  berechnen.  Diese  Berechnung  muß  daher
vor  der  Bestimmung  des  Zuckergehaltes  vorgenommen  werden.  Die  Verhältniszahl  für  die
Verdünung,  d.  h.  die  Zahl,  welche  angibt,  wie  weit  die  Verdünnung  vorgenommen  werden
muß,  ergibt  sich,  wenn  man  von  der  berechneten  und  nach  oben  auf  ganze  Einheiten  abgerundeten ­
  Zahl  für  den  Gesamtextrakt  3  abzieht.  Enthält  die  Probe  z.  B.  10,8  °/ 0 ,  also
abgerundet  11  °/ 0  Gesamtextrakt,  so  ist  dieselbe  11  —  3,  also  8-mal  zu  verdünnen.
Die  Verdünnung  wird  in  Verbindung  mit  dem  Eindampfen  (zum  Zweck  der  Entfernung ­
  des  Alkohols)  und  Entfärben  vorgenommen.  Man  füllt  von  der  Probe  in  eine
gehörig  gereinigte  und  getrocknete,  oder  mit  der  zu  untersuchenden  Flüssigkeit  ausgespnlte
  Bürette  so  viel,  daß  die  Flüssigkeit  einige  Zentimeter  über  der  obersten  mit  0
bezeiclmeten  Marke  steht,  und  läßt  durch  den  Hahn  in  das  ursprüngliche  Gefäß  wieder
so  viel  ab,  bis  der  untere  Band  der  Flüssigkeitsoberfläohe  diese  Marke  0  genau  erreicht.
Aus  der  Bürette  läßt  man  dann  so  viel  Kubikzentimeter  in  eine  Porzellanschale  fließen,
als  die  Division  von  100  durch  die  Verhältniszahl  für  die  Verdünnung  angibt,  in  obigem
Beispiel  ,  das  ist  12,5  ccm.  Paßt  die  Bürette  von  der  O-Marke  ab  nicht  die  hiernach
8
erforderliche  Menge  Flüssigkeit,  so  wird  sie  so  oft  in  der  vorbeschriebenen  Weise  gefüllt
und  entleert,  als  nötig  ist,  um  die  erforderliche  Anzahl  Kubikzentimeter  in  die  Schale
zu  bringen.
Beträgt  die  Verhältniszabl  mehr  als  2,  so  ist  in  die  Schale  so  viel  Wasser  nachzufüllen, ­
  bis  die  Gesamtmenge  der  Flüssigkeit  nahezu  50  ccm  erreicht  hat,  in  obigem  Beispiel ­
  also  37,5  ccm.
Nun  stellt  man  die  Schale  auf  ein  Wasserbad,  d.  h,  eine  Schale  mit  Wasser,  welches
zum  Sieden  gebracht  wird,  und  fügt,  je  nach  der  Menge  und  Färbung  der  Flüssigkeit,
eine  oder  mehrere  Messerspitzen  gepulverte,  möglichst  kalkfreie  Tierkohle  hinzu,  um  die
rote  Farbe  der  Flüssigkeit  vollständig  zu  beseitigen.  Dann  wird  bis  auf  etwa  1 / 3  eingedampft ­
  unter  häufigem,  vorsichtigem  Umrühren  mit  einem  Glasstab,  welcher  während  des
Eindampfens  in  der  Schale  verbleiben  muß.  Hierauf  setzt  man  etwa  10  ccm  heißes
Wasser  hinzu,  rührt  um  und  filtriert,  indem  man  die  Flüssigkeit  den  Glasstab  entlang  auf
das  Filter  gießt,  in  ein  100  ccm  fassendes  Kölbchen.  Dann  spült  man  die  Schale  zur  Gewinnung ­
  des  Restes  und  zum  Auslaugen  der  Tierkohle  mehrmals  mit  geringen  Mengen
kochend  heißen  Wassers  aus  und  gießt  dieses  an  dom  Glasstab  jedesmal  auf  das  Filter,
so  lange  fortfahrend,  bis  das  untergestellte  Kölbchen  nahezu  bis  zur  Marke  gefüllt  ist.
Nachdem  die  Flüssigkeit  erkaltet  ist,  füllt  man  noch  mit  Wasser  genau  bis  zur  Marke
auf,  schüttelt  durch  und  beschickt  mit  der  Flüssigkeit  die  inzwischen  gereinigte  und  getrocknete ­
  Bürette  in  der  vorher  beschriebenen  Weise.  Hierauf  gibt  man  aus  einer  mit
Seignettesalz-Natroulauge  und  einer  anderen  mit  Kupfervitriollösuug  (den  beiden  Teilen
der  nach  Soxleth  hergestellten  Fehlingschen  Lösung)  gefüllten  Bürette  je  6  ccm  in
einen  Kochkolben  von  etwa  J / 6  1  Inhalt.  Nach  Zusatz  von  etwa  40  ccm  Wasser  erhitzt
man  zum  Sieden  und  läßt  die  verdünnte  Zuckerlüsung  aus  der  Bürette  in  die  heiße
Mischung  in  der  Weise  fließen,  daß  anfangs  einige  Kubikzentimeter  auf  einmal  hineingolaugen,
  später  der  Zufluß  nur  in  einzelnen  Tropfen  erfolgt.  Der  Zusatz  in  Tropfen  beginnt, ­
  sobald  die  ursprünglich  dunkelblaue  Farbe  der  Mischung  beim  Kochen  in  ein  helles
Blau  übergeht.  Sollte  die  erstmalige  Füllung  der  Bürette  hierzu  nicht  hinreichen,  so  sind
weitere  Füllungen  vorzunehmen.  Nach  dem  Zusatz  eines  jeden  Tropfens  wird  bis  zum
Aufkoohen  erhitzt  und  die  Farbe  der  Mischung  durch  Betrachten  gegen  einen  weißen
Untergrund  beobachtet.  Ist  die  blaue  Farbe  eben  nicht  mehr  erkennbar,  so  liest  man  an
der  Teilung  der  Bürette  die  Anzahl  der  verbrauchten  Kubikzentimeter  Zuckerlösung  bis
auf  1 / 10  ccm  genau  ab,
III.  Berechnung  der  Ergebnisse,
Die  Berechnung  der  Ergebnisse  erfolgt  mit  Hilfe  der  „Tafel  zur  zollamtlichen
Abfertigung  von  Verschnitt-Weinen  und  -Mosten“  nach  Maßgabe  der  folgenden
Bestimmungen:
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.