Full text: Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

Tatsachen der Geschichte lehren, daß der wirtschaft 
liche Aufschwung einer Nation stets mit der politischen 
Machtstellung derselben auf das Engste verbunden gewesen 
ist. Die wirtschaftliche Blütezeit Spaniens, die Gründung 
des ersten modernen Kolonialreiches, fällt in die Zeit des 
machtpolitischen Höhepunktes des spanischen Reiches unter 
Karl V. und Philipp II. Unter Ludwig XIV., welcher 
seinen Staat nach innen wie nach außen zu höchster Macht 
entfaltung brachte, erlebte Frankreich das Aufblühen seines 
Handels und seines Gewerbes; es wurde in jener Zeit zum 
Musterbild des Merkantilsystems bis in das 18. Jahr 
hundert hinein. Holland vermochte nach Losreißung von 
der spanischen Obergewalt unter den Dräniern eine See 
geltung zu erlangen und eine wirtschaftliche Kolonialmacht 
zu gründen, welche wiederum von England im 17. Jahr 
hundert auf das Stärkste beneidet und auf das Eifrigste 
nachgebildet wurde. England aber, dessen erste innerwirt 
schaftliche Vorwärtsentwicklung mit den politischen Er 
folgen der Königin Elisabeth zusammenfiel, stand seit den 
glorreichen Tagen der Eromwell'schen Politik unter dem 
Zeichen eines bisher in keinem der genannten Länder be 
kannten außenwirtschaftlichen Emporblühens. Die poli 
tische Macht, welche England unter Cromwell errungen 
und unter Wilhelm III. weiter befestigt hatte, wurde im 
18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. Jahrhundert die 
Grundlage für seine sich immer stärker ausdehnenden ko 
lonialen Erwerbungen und damit seiner Handelsschiffahrt; 
hierdurch aber wiederum wurde England in Stand gesetzt, 
die großen technischen Errungenschaften der Neuzeit, wie
	        
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