fullscreen: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Der Kanal hat bekanntlich die überschwänglichen Hoffnungen 1 ) 
schwer enttäuscht. Der bereits vorhandene Weg, den List damals 
konstatierte, führt immer noch durch die Strafse von Gibraltar 2 ), 
obwohl es nicht nötig wäre, dafs auch fabriziertes Gut den Weg 
nimmt, die Verbindung ist auch für die Länder, die auf dem weiten 
Wege durchzogen werden und alle einführen und verbrauchen und 
verarbeiten, und wieder ausführen, nicht geworden, was sie hätte 
werden können, auch wenn niemals ein Schiff von Amsterdam nach 
Galatz oder auch nur bis Wien ging, wegen des gewaltigen Umweges 
auf dem gekrümmten Main und der technischen Unvollkommenheiten. 
Die untere Donau ist erst heute frei geworden. Der Main und die 
Donau oberhalb Passau entbehren noch der Anpassung selbst an 
den heute antiquierten, an sich gut ausgeführten Kanal. 3 ) 
') Reuter, Statistische Darstellung der Communicationsmittel, Gegen 
stände und Kosten des Verkehrs zwischen Donau und Rhein unter besonderer 
Beachtung des Ludwigscanals, — Zeitschrift des Vereins für deutsche Statistik, 
I. Jahrg., 1847, S. 443 ff.; (v. Hormayr), Über den deutschen, insbesondere 
bayrischen Welthandel und die Freiheit der Ströme, III, München 1841; 
Heinrich v. Treitschke, Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert, 
IV. Teil, 1897, S. 585. 
2 ) Heinrich v. Treitschke, Deutsche Geschichte im neunzehnten 
Jahrhundert, IV. Teil, 1897, S. 383. 
8 ) Der Ludwigskanal trägt Schiffe von 120 tons (Kurs, Tabellarische 
Nachrichten). Die heutigen Bestrebungen gehen auf 600 tons als der Norm 
für die westlichen Strafsen (die östlichen 400; Elbe bis Aussig und bis 
Berlin nicht ständig 600 (800) tons, — Rhein bis Mannheim 1500 tons). Über 
Schleusen etc. des Ludwigskanals siehe Schilderungen der Durchfahrten, 1847, 
bei Reuter, Zeitschrift des Vereins für deutsche Statistik, I. Jahrg., 1847, 
S. 443 ff.; H. v. P e c h m a n n, Der Ludwigskanal, kurze Geschichte seines 
Baues und seiner noch bestehenden Mängel, Nürnberg 1854 u. a. Vergl. zu 
den neueren Bestrebungen: v. Schuh, Günther, Sympher, Meitzen, 
Das Donau-Main-Kanalprojekt, Verbandsschriften des Deutsch-Österr.-Üngar. 
Verbandes für Binnenschiffahrt, Nr. III, Berlin 1897. Literatur zum Ludwigs 
kanal u. a. G. Zöpfl, Mittelländische Verkehrsprojekte, Berlin 1895. 
Max v. Eyth, Binnenschiffahrt und Landwirtschaft. Verbandsschriften 
des deutsch-österreich.-ungar. Verbandes für Binnenschiffahrt, Nr. XIII, 1899, 
S. 16: „Die Ströme Bayerns, welche die grofsen Verkehrsadern des Landes 
sein könnten, die Donau und der Main, haben bis heute in dieser Beziehung 
eine kaum nominelle Bedeutung. Wir wissen und beklagen alle, wie hierdurch 
die Verbindung von Donau und Main, der Ludwigskanal, trotz des kühnen 
und gesunden Gedankens, der seinen Bau veranlafst, ein totgeborenes Kind 
bleiben mufste und wie die natürlichen Verkehrswege des Landes im Laufe der 
letzten 50 Jahre den künstlichen, d. h. den Eisenbahnen, geopfert wurden.“ 
Den Weseranschlufs betont neuerdings auch wieder Prinz Ludwig von 
Bayern unter den zu schaffenden Wasserstraisen (Bremer Nachrichten vom 
21. Dez. 1907, 24. Aug. 1908.).
	        
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