Full text : Der Pommersche Landbund

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scheitern,  wird  es  zu  ernsten  Zusammenstößen  kommen.  Der  Landbund  ist
nicht  müßig.  Er  sucht  überall  die  Zeitungen^aufzukaufen  und  eigene  Zeitungen ­
  zu  gründen.  Er  hat  schon  heute  das  Stralsunder  Tageblatt  gekauft,
das  früher  neutral  war.  Trotz  der  Verordnung  vom  3.  September  gehen
die  Entlassungen  weiter.  Wenn  nicht  unbedingte  Klarheit  über  das,  was
ist,  geschaffen  wird,  dürfte  es  fortgesetzt  zu  Unruhen  kommen.  Früher
hat  man  im  allgemeinen  im  Mai  gekündigt,  so  daß  der  Mann  am
10.  November  gezogen  ist.  Da  ist  erst  das  Wirtschaftsjahr  beendet.
Jetzt  sucht  nian  gerade  die  Vertrauensleute  zum  10.  Mai  zu  kündigen;
nach  dem  Tarif  sind  die  üblichen  Zeiten  der  10.  Mai  und  der
10.  November  —  wo  man  früher  nur  solche  Leute  kündigte,  mit  denen  man
nicht  fertig  wurde.  Es  galt  früher  als  feststehende  Tatsache,  der  ist  am
10.  November  gekündigt,  mit  dem  Mann  ist  nicht  viel  los;  die  hat  man
nur  eingestellt,  wenn  man.  notgedrungen  Leute  einstellen  mußte.  Da  liegt
die  Gefahr,  daß  Leute,  die  irgendwo  auf  einem  Gutshof  für  die  Rechte  der
Kollegen  eintreten,  am  10.  November  zum  10.  Mai  gekündigt  werden.  Das
ist  eine  Maßregelung  des  Mannes,  denn  er  findet  dann  schwer  Arbeit.  —
Um  dann  mit  deip  fortzufahren,  was  ich  noch  sagen  wollte,  möchte  ich  betonen, ­
  daß  der  JKnuar  ein  schlechter  Termin  zu  neuen  Verhandlungen  ist.
Wir  inüssen  uns  darüber  aussprcchen,  was  wir  in  dieser  Beziehung  zu  tun
gedenken.  Wenn  auch  Tarifabschlüsse  vorliegen,  so  haben  sie  doch  für  die
Landarbeiter  keine  Besserung  gebracht.  Aufreizend  ist  im  gegenwärtigen
Zeitpunkt,  das;  jetzt  gerade  die  Baltikumtruppen  in  Vorpommern  liegen,
die  Notiz,  daß  in  Pommern  ehemalige  Offiziere  gesucht  werden,  die  auch
dazu  dienen  sollen,  mit  der  notwendigen  Energie  etwaigen  Unruhen  selbst
mit'  der  Waffe  in  der  Hand  zu  begegnen.  Dagegen  muß  unbedingt  etwas
geschehen.  Es  muß  eine  Sicherung  für  die  Arbeiter  geschaffen  werden,  daß
sic  von  dem  ihnen  gegebenen  Koalitionsrecht  auch  Gebrauch  machen  können.
Dabei  möchte  ich  noch  eine  Frage  cinflcchten.  Die  Landbündler  erklären
auf  Grund  des  8  16,  daß  ein  Arbeiter,  der  den  anderen  zum  Mitstreiken
auffordert,  weil  er  den  andern  von  der  Arbeit  abgehalten  habe,  sofort  entlassen ­
  werden  könne.  Also  die  Ausübung  des  Koalitionsrechtcs  muß  sichergestellt
  werden  gegen  solche  Auslegungen.  Es  ist  nicht  nur  notwendig,  daß
wir  über  das  vergangene  verhandeln,  sondern  das  Wesentliche  dürfte  sein:
Was  wird  mit  den  Tarifabschlüsscn  in  Pommern  in  der  nächsten  Zeit?
Darin  liegt  die  Gefahr.  Werden  die  Tarifabschlüsse  einigermaßen  günstig,
dann  dürften  wir  im  Frühjahr  und  im  Sommer  Ruhe  haben.  Aber  vorläufig ­
  muß  der  gewerkschaftliche  Kampf,  der  uns  bevorsteht,  durchgeführt
werden,  denn  jeder  Tarifabschluß  ist  für  uns  eine  Kampfhandlung.  Namentlich ­
  weil  von  den  Arbeitgebern  immer  das  politische  Moment  hineingetragen ­
  wird,  weil  sie  sehr  geschickt  vorgehen  mit  der  Auslegung  der  Paragraphen. ­
  Wir  müssen  also  sehen,  die  Sache  in  eine  möglichst  günstige  Bahn
für  die  Arbeiter  zu  lenken.  Die  Regierung  muß  uns  dazu  helfen,  daß  die
Arbeiterrechte  nicht  wieder  durch  Gewalt  uns  genommen  werden,  sondern
auch  den  Landarbeitern  muß  das  Koalitionsrecht  voll  gewährt  werden,  die
Arbeiterausschüsse  müssen  gegen  Maßregelungen  geschützt  werden.  '
Faaß-Berlin:  Der  Perbandsvorstand  hat  stets  mit  großer  Sorge  die
Entwicklung  der  Dinge  in  Pommern  verfolgt.  Wir  haben  im  Frühjahr  dieses
Jahres  infolge  des  kolossal  raschen  Anwachsens  unserer  Organisation  die
nötigen  Vorbereitungen  zur  Einhaltung  der  Ruhe  und  Ordnung,  um  diesen ­
  landläufigen  Ausdruck  zu  gebrauchen,  nicht  treffen  können,  um  zu  helfen, ­
  daß  die  Ernte  in  ganz  Deutschland  ohne  jede  Schwierigkeit  eingebracht
werden  könnte.  Wir  haben  aber  zu  unserer  Freude  konstatieren  können,
            
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