Full text: Der Pommersche Landbund

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Ich bin, wo ich nur konnte, für die Regierung eingetreten, habe manchmal 
— bildlich — Prügel dafür bekommen, habe draußen aufzuklären versucht, 
warum die Regierung dieses oder jenes tun muß in unserer -ungeheuer 
schwierigen Lage, wo wir immer noch keinen Frieden, keine Ellbogenfrei 
heit haben, sodaß die Regierung nicht das tun konnte, was sic unter andern 
Umständen getan hätte. Aber in Pommern hat es die Preußische und die 
Reichsrcgierung tatsächlich an der nötigen Aufmerksamkeit fehlen lassen. 
Ich erinnere daran, daß im Sommer durch Haussuchungen aus Veranlassung 
der preußischen Regierung festgestellt wurde, daß in Pommern eine innige 
Verbindung der Landwirtschaftskammer mit dem Pommerschen Landbund 
besteht. Aber man hat es bei dieser Feststellung gelassen, hat keine weiteren 
Folgerungen daraus gezogen, als daß in der preußischen Landesversamm 
lung einmal darüber geredet worden ist, daß man in Pommern energischer 
zufassen müsse, wenn man es nicht dazu kommen lassen wolle, was wahr 
scheinlich in den nächsten Monaten kommen wird, daß wir in Pommern eine 
ganz böse Zeit erleben werden. Ihr seid darüber wahrscheinlich noch besser 
unterrichtet als wir, weil Ihr draußen mitten in den Dingen steht. Aber 
ich glaube, daß Einzelnen unter uns der Zusammenhang doch noch nicht 
so klar geworden ist. Ich glaube, daß in Pommer n k ein 
W i r t s ch a s t s f r i e d e in bet Landwirtschaft möglich i st, 
w e i l man sich auf die Waffen st ü tz t, ,U'> e i l m a i, 
glaubt, von dort aus die Gegenrevolution im re 
aktionären Sinne einleiten zu können. 
Es ist mir von unterrichteten Leuten in Pommern aus ineinen Reisen 
immer wieder gesagt worden, daß es in keiner agrarischen Provinz in 
Preußen so vielkommunistische Zirkel auf dem Lande gibt, wie 
gerade in Pommern. Die kommunistische Gefahr ist in Pommern ebenso 
groß, wie die Gefahr von der anderen Seite. Das ist eine direkte Folge 
dieser Zustände. Es ist klar, daß, wenn von einer Seite her ein brutaler 
Druck aus eine Berufsschicht von Arbeitnehmern ausgeübt wird, dort der 
beste Nährboden für diejenigen ist, die zur Verzweiflung treiben und dann 
diese verzweifelte Stimmung benutzen, um ihre Ideen den Leuten beizu- 
bringen, ibnen zu sagen, es ist doch das Beste, erst eininal die ganze Ge 
schichte von Grund auf zu zerstören, um darauf etwas Neues zu bauen. Es 
wurde sogar von den Kommunisten dort ein Plättchen herausgegeben. Es 
wird von Stettin aus überall mit großem Erfolge gearbeitet, es werden in 
kleinen Kreisen die kommunistischen Ideen auf dein Lande verbreitet. Ich 
hatte mich darüber gewundert, es wurde mir aber ganz klar, woher is 
kommt, als ich sah, in welch brutaler Weise in Pommern die Arbeiter 
immer wieder behandelt werden. Es darf einen nicht wundern, wenn ans 
dieser Stimmung heraus eine Verzweiflung erwächst, die die Arbeiter den 
radikalen Kommunisten in die Arme treibt. Ein Arbeiter, der die Zusam 
menhänge unserer Wirtschaftspolitik kennt, der in seinem Arbeitsverhältnis 
nicht immer wieder erleben muß, daß man ihn mißachtet, daß man auf ihm 
immer wieder herumtrampelt, der ist diesen Ideen nicht so zugänglich. Er 
überlegt auch, ob, wenn man erst alles kaput macht, nachher wieder etwas 
Gutes aufgebaut werden kann, wenn man, wie das von den Kommunisten 
durch Flugschriften immer wieder gefordert wird, Sabotage treibt, Ernte 
streiks macht, unsere Wirtschaftspolitik zugrunde richtet, durch die Nieder 
legung der Arbeit gerade in den entscheidenden Wochen, wo die Nahrungs 
mittel geborgen werden sollen. Ein vernünftiger Arbeiter sagt sich, das 
kann unmöglich richtig sein, Nahrungsmittel muß das Volk haben. Wir 
können nicht eine neue Wirtschaft aufbauen unter so schwierigen Berhält-
	        
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