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Rechnung arbeiten und über das Gesamtproduct ihrer
Arbeit verfügen können, sehen wir Proletarier, die für
die Rechnung eines Capitalisten, eines Zwischenhändlers
arbeiten, der den Handel mit den Producenten centralisiez
und ihnen sehr häufig die Modelle, die Rohstoffe und
oft auch die Werkzeuge oder Werkzeugmaschinen, deren
sie benötigen, liefert.
In unseren Tagen hat diese rückläufige Bewegung des
Handwerks einen so allgemeinen Charakter angenommen,
dass man unsere Zeit das Zeitalter der Fabrik und der
Hausindustrie nennen konnte.
Nicht alle Heimarbeiter sind, wohlgemerkt, ehe
malige Handwerksmeister, die in das Proletariat hinab
gesunken sind. In seinen zahlreichen Studien über die
Hausindustrie zeigt Sch wiedland sehr gut, dass die Haus
industrie spontan und direct entstehen kann, ohne dass
eine andere Form nicht nur des Handwerks, sondern über
haupt irgend einer früheren industriellen Production vor
ausgegangen wäre.
Schwiedland hält im allgemeinen die Zersetzung der
städtischen Gewerbe für den Hauptentstehungsgrund der
Collectivfabrication in den städtischen Bezirken. Aber die
Umwandlung und Zersetzung des Gewerbes ist nicht an
die Stadt geknüpft, ebensowenig, wie die Ableitung und
Entwickelung der Hausindustrie an eine Umformung des
Gewerbes. Alle Formen der industriellen Production sind
dieser Umwandlung in Collectivfabrication unterworfen.
In den Dörfern, den Weilern und Gehöften der Bauern
sehen wir die häusliche Arbeit zur Hausindustrie, Collectiv-
fabrik, werden. Ebenso verhält es sich mit der Stör,
die früher ebenfalls eine bedeutende Wirtschaftsform war;
und sogar die modernste Exploitationsform, die Fabrik,
verwandelt sich, wie man an mehreren Beispielen nach-
weisen kann, in hausindustrielle Betriebe.*)
*) Vergl. dazu Schwiedland: La répression du travail
en chambre ^ in der Revue d’Economie politique, 1897, pag. 580.