Full text: Der Pommersche Landbund

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In KlUtzow erhalten freie Arbeiter 3 Mk. pro Tag und freie Ver 
pflegung. Die russischen Gefangenen aber erhalten pro Tag noch 1 Mark 
inehr in bar. Der Besitzer B i e n d e r hat erklärt: Wenn euch das nicht ge 
nug ist, dan sucht euch andere Arbeit. Uber derartige Behandlung herrscht un 
geheure Erbitterung. 
JnVölzkow sind drei Kollegen gekündigt. Alle Vorstandsmitglieder der 
Ortsgruppen. 
Aus dem Kreise Schivelbein liegt ein Antrag vor, die Arbeiter gegen 
diese Entlassungen zu schützen; andernfalls seien sie gezwungen, in Streik zu 
treten. Ferner wird beantragt, daß keine polnischen Schnitter eingestellt wer 
den dürfen ohne Zustimmung des Landarbeiter-Verbandes, weil Arbeitskräfte 
genügend vorhanden find. 
Auf dem Gute K l e m z o w bei Schivelbein haben am 1. Januar 1920 
sieben Familien ihre Entlassung erhalten, und zwar wurde als Grund an 
gegeben, daß der Besitzer keine einzelnen Leute mehr beschäftigen will. Dieser 
Grund ist aber schon dadurch hinfällig, daß eine Familie, die auch die Kün 
digung erhielt, drei Männer auf Arbeit schickt, die alle Männerarbeit ver 
richten. Aüch der Vertrauensmann der dortigen Ortsgruppe, R. P., hat den 
Entlassungsschein erhalten. Die Entlassung wurde ausgesprochen von dem 
neuen Administrator, der erst am 28. Dezember 1919 seine Stelle dort ange 
treten hatte und daher über die Arbeit der einzelnen noch gar nicht orientiert 
war. Der frühere Administrator war mit der Arbeit immer zufrieden und 
hat dies auch dem Vertrauensmann, P., gegenüber ausgesprochen. 
An den Deutschen Landarbeiter-Verband, 
Perbandsvorstand. 
Stettin, den 15. Januar 1920. 
Ich mache auf einige Maßnahmen einzelner Landwirte aufmerksam, die 
eine Nachprüfung und unter Umständen eine Bestrafung der Schuldigen er 
fordert. Der Gutsbesitzer Dr. Leonhard vom Gut K lempzo w , Kreis 
Schivelbein, hat im vollen Bewußtsein Sommerroggen und Wiesenheu nicht 
einbringen lassen. Mitte September ist dem Herrn Inspektor Timm vom 
Gut Klempzow, durch den Vertrauensmann des Landarbeiter-Verbandes 
W. Dopte, Schivelbein, mitgeteilt worden, daß die Arbeiter, um die 
Ernte re st los einzubringen, auch Sonntags arbeiten 
wollten. Sie wollten sich verpflichten, von morgens 
5 Uhr, ui i t zwei Stunden Unterbrechung, die für die 
einzelnen Eß stund en in Frage kommen sollten, bis 
Sonnenuntergang zu arbeiten. Für diese Zeit wurde eine 
Lohnentschädigung für das Mähen.von Mengfutter 10 Mk., und 
für das Mähen von Wiesen und Serradella 8 Mk. gefordert. Der 
Inspektor Timm lehnte dieses Anerbieten ab und erklärte darauf, wenn 
die Arbeiter nicht für 4 Mk. diese Ar beiten ausführen 
wollten, so könne das Getreide verfaulen. So ist es dann auch ge 
kommen. Am 4. Januar d. I. ist festgestellt worden, daß noch Sommer 
roggen in Mandeln auf dem Acker steht und Wiesen nicht gemäht worden 
sind. Hier dürfte es sich um einen Fall handeln, wo eine zwangsweise Be 
wirtschaftung am Platz ist. Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Grund 
besitzer eine gereizte Stimmung der Landarbeiter geradezu herausfordern, 
gibt folgender Vorfall. 
Der Rittergutsbesitzer Hoppenrath in Lankow, Kreis Schivelbein, 
traf mit einer Anzahl Arbeiter nachstehende schriftliche Vereinbarung.
	        
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