Full text : Der Wald und seine Arbeiter

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fümerie  und  Seifenfabrikation,  für  die  Photographie,  die
Feuerwerkerei,  die  Beleuchtungsindustrie,  die  Keramik
und  viele  andere  Künste  und  Gewerbe  täglich  in  grossen
und  kleinen  Mengen  gebraucht  werden.
Bis  zur  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  wurden
diese  Präparate  beinahe  ausschliesslich  in  den  Apotheken
hergestellt,  deren  Laboratorien  damals  fast  die  alleinige
Pflanzstätte  der  Chemie  bildeten.  Heute  werden  sie  teils
von  der  Grossindustrie,  teils  von  grösseren  oder
kleineren  Spezialfabriken  erzeugt,  von  denen  einige  der
bedeutendsten  noCh  aus  jenen  Apotheken  durch  allmähliche ­
  Vergrösserung  und  Erweiterung  ihrer  Laboratorien
hervorgegangen  sind.
So  ist  aus  der  Engelapotheke  am  Schlossgraben
zu  Darmstadt,  die  Friedrich  Jakob  Merck  im  Jahre
1654  erwarb,  die  heutige  Chemische  Fabrik  E.  Merck
hervorgegangen,  ein  Weltunternehmen,  das  über  1800
Arbeiter  und  400  Beamte  beschäftigt,  unter  denen  75
Chemiker  und  Apotheker,  Ingenieure,  Aerzte  und  Tierärzte ­
  sind.  Durch  2y 2  Jahrhunderte  befindet  sich  dieses
Unternehmen  ununterbrochen  im  Besitze  der  Familie
Merck 1 ,  die  sich  nicht  nur  auf  chemischem  und  pharmazeutischem, ­
  sondern  durch  den  Schriftsteller  und  Kritiker
Kriegsrat  Johann  Heinrich  Merck  auch  auf  literarischem ­
  Gebiete  ausgezeichnet  hat,  den  Freund  Goethes',
auf  dessen  Lebensentwicklung  er,  wie  Goethe  selbst
bekennt,  einen  bedeutenden  Einfluss  ausgeübt  hat.
In  ähnlicher  Weise,  wenn  auch  in  jüngerer  Zeit,
hat  sich  die  Chemische  Fabrik 1  auf  Aktien  vorm.
E.  Schering  zu  Berlin  aus  der  in  der  Chausseestrasse ­
  gelegenen  „Grünen  Apotheke“  entwickelt.  Anfangs ­
  der  fünfziger  Jahre  des  vorigen  Jahrhunderts 1  be-
            
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