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Erscheinung tretenden Finanztratten, die den auswärtigen
Kredit amerikanischer Bankiers flüssig machten und damals
in großen Mengen in London, Paris, Berlin, Amsterdam und
Wien untergebracht wurden. Während die Effektenschuld
der Union an Europa Ende.1901 erst 1400 Millionen Dollar
betrug, stieg sie im Laufe der beiden nächsten Jahre auf
4500 Millionen, d.h. 13 % der Anfang 1905 34 514 Millionen
Dollar betragenden Gesamtsumme aller Effekten in den
Vereinigten Staaten).
Durch den corner in Northern Pacific-Aktien am
9. Mai 1901 wurde die europäische Kapitaleinfuhr kaum
schwächer, besonders da die Börsenpanik dieses Tages den
spekulativen Übertreibungen der Stock Exchange in New
York ein Ende setzte und eine zur Gesundung führende Erschöpfung
der Effektenspekulation bewirkte. Nach Beendigung
des Burenkrieges Ende 1901 belebte sich der Amerikanermarkt
in London wieder und fand immer neue Anregung
in der fast ununterbrochen steigenden Tendenz der
New Yorker Börse, um so mehr, da der Kaffirmarkt durch
den Burenkrieg enorm gelitten hatte. Auch die deutsche
Spekulation, die‘ damals durch Berliner Banken direkt in
New York kaufte und verkaufte, betätigte sich in
London in erheblichem Maße, besonders als der Zusammenbruch
der Leipziger Bank im Juni 1901 eine andauernde
Stagnation der Börsen in Frankfurt a. M. und Berlin
herbeiführte. Dazu kam im Jahr 1902, die Bildung
einer großen Eisenbahninteressengemeinschaft, der mit
einem Kapital von 400 Millionen Dollar gegründeten Northern
Securities Company; hierdurch wurde eine namhafte
Steigerung aller Eisenbahnwerte bewirkt und viele europäische
Kapitalisten veranlaßt, ihre 1899 und 1900 abgestoßenen
amerikanischen Eisenbahnwerte von neuem zu erwerben,
Indessen waren die so in die Vereinigten Staaten fließenden
Summen nicht groß genug, um dem Kapitalmangel
abzuhelfen, der einmal auf die enormen Effektenemissionen
der Jahre 1900—1903, dann aber auf den starken Geldbedarf
der Banken zurückzuführen war, die der Börsenspekulation
enorme Kredite eingeräumt und damit die Haussetendenz
der Börse immer von neuem künstlich genährt hatten,
Der zunehmende Kapitalmangel führte nicht nur zu einer
Versteifung des Geldmarktes im Herbst 1903, sondern bewirkte
auch eine, freilich: nur vorübergehende Depression
der Börse und des Wirtschaftslebens, Doch brachten die da-!)
Charles A. Conant, The World’s Wealth in Negotiable Securities.
Atlantic Monthly. Bd. 101 (1908). S. 98.