Contents: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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genau betrachtet nichts weiter, als dass eine Theilung bestehe 
und dass sie förderlich sei. Auch seine sonstigen Beispiele 
sind nichts als erläuternde Bilder der thatsächlichen Functionen- 
theilung. Die Hauptsache, welche in der zergliedernden Unter 
suchung der Ursachen der Förderlichkeit und in der Bestini- 
naung der Grenzen besteht, kommt nicht einmal in Frage. 
Wenn irgendwo, so zeigt es sich hier, dass Jemand über die 
Fortschritte eines Wissenszweiges keinen Bericht geben kann, 
wenn ihm die leitenden Gesichtspunkte des gegenwärtigen In 
halts und Bestandes der Wissenschaft fehlen. Im letzteren 
Falle werden die entferntesten Aehnlichkeiten mit den erst 
später vorhandenen Einsichten für diese Einsichten selbst ange 
sehen, und von einer eigentlichen Wissensgeschichte kann bei 
einem solchen Verfahren gar nichts zum Vorschein kommen. 
Dieses Sachverhalts muss man noch besonders eingedenk 
hleibcn, wenn man sich denjenigen Ideen Pettys gegenüber 
sieht, welche in einer ganz andern Richtung den meisten Schein 
öiner bewussten gründlicheren Vorstellungsart für sich haben. 
Fs sind dies seine gelegentlichen Bemerkungen über die Her 
stellung einer Werthbeziehung zwischen Land und Arbeit. Er 
nennt diese Aufgabe (S. G3 der Anatomie von Irland, 2. Ausg. 
17I9) die wichtigste in der politischen Oekonomie, aber er ver 
fällt mit seinen Anschauungen sofort in den Fundamentalfehler, 
den wir schon oben bei seinem Begriff einer mit dem Ertrage 
fast gleichbedeutenden Rente kennen gelernt haben. Die Er- 
uährungscapacität des Bodens ist wiederum sein Ausgangspunkt, 
lind dio durchschnittliche Tagesnahrung eines Menschen wird 
von ihm ausdrücklich als ein Werthmaass hingestellt, welches 
gloicherweise für Land und Arbeit entscheiden musse. Ja ei 
WilioBBt sogar die Arbeit selbst zu Gunsten seiner Schätzungs- 
art aus und glaubt, indem er thatsächlich auf den denkbar 
weitesten Abweg geräth, noch obenoin, dass er Jer Ab- 
Weisung der Arbeit als eines Ausgangspunktes der Werthbe- 
^timmung einen Irrthum berichtige. 
Uebrigens darf man sich durch die eben erwä nten o 
Btollungcn Pettys nicht zu der Annahme verleiten lassen, dass 
î>ci ihm selbst die Begriffe so ungemischt hervortreten, wie sie 
in der abgekürzten Wiedergabe erscheinen. ätte er 
schärfer gedacht, so würde es gar nicht möglich sein, 
an andern Orten Spuren einer entgegengesetzten Auffassung
	        
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