Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Das  Arbeitseinkommen.

näherten.  Grundsätzlich  erklärten  sie  allerdings  ihre  Unabhängigfeit
  von  der  Partei,  weshalb  sie  sich  auch  freie  Gewerkschaften
nannten,  hatten  aber  unter  der  Periode  der  Bekämpfung  Ser
Sozialdemokratie  durch  das  Sozialistengesetz  so  stark  zu  leiden  das;
sie  fast  ganz  verschwanden.  Auch  ist  der  Partei  selbst  machte  sich,
und  zwar  bis  auf  die  Gegenwart,  in  der  die  Gewerkschaften  längst
wieder  eine  austerordentliche  Ausbreitung  erlangt’  hatten,  eine
ftarfe  Gegnerschaft  gegen  die  Gewerkscbaftsbeweaung  aeltend,  oon
der  man  eine  Abschwächung  des  politischen  Kampfes"  und  einen
verzicht  aus  die  Aukunstsideale  des  Sozialismus  fürchtet.  Diese
doktrinäre  Gegnerschaft  hat  der  Ausbreitung  des  aewerkschaftlichen
  Gedankens  in  der  Arbeiterschaft  freilich  keinen  "Einhalt  tun
können;  im  Gegenteil  haben  die  Gewerkschaftsführer,  soweit  sie
zugleich  der  partei  angehören,  die  Leihen  der  „Revisionisten"
verstärkt.  x
Eine  dritte  Gruppe  bilden  die  „ch  r  i  st  l  i  ch  e  n"  Gewerk-’
schäften,  die  in  den  neunziger  Jahren  entstanden.  Sie  lehnen
sich  an  ältere  christliche  Vereinigungen  an,  sind  zum  Teil  auch
völlig  selbständig,  wesentlich  ist,"  daß  sie  sich  auf  den  Boden  der
geltenden  Gesellschaftsordnung  stellen  und  nur  innerhalb  dieser
die  Besserung  der  Arbeiterinteressen  durchführen  wollen.  So  kommt
es  gelegentlich  zu,  einem  scharfen  Gegensatz  zu  den  freien  Gewerkschaften; ­
  beispielsweise  brach  der  Kohlenarbeiterstreik  im
Ruhrrevier  im  Frühjahr  so,?  infolge  ihrer  ablehnenden  Saltung
zusammem  .
Eine  letzte  Gruppe  waren  die  sogenannten  „gelben"  Gewerkschaften, ­
  die  ,899  in  Frankreich  entstanden  sind  und
dann  auch  auf  Deutschland  übergriffen.  Sie  lehnen  grundsätzlich
den  Klassenkampf  ab  und  stellen  sich  auf  nationalen  Boden;  demgemäß ­
  erfreuten  sie  sich  auch  der  Unterstützung  der  Unternehmer,
die  sogar  solche  Vereine  direkt  ins  Leben  riefen.  Der  Name  „gelbe
Vereine  wird  gewöhnlich  damit  erklärt,  daß  einer  Versammlung
in  Frankreich  von  Gegnern  die  Fenster  eingeworfen  wurden,  die
sie  mit  zufällig  vorhandenem  gelben  papier  zuklebten;  so  entstand
ein  Spitzname,  der  dann  wie  oft  in  ähnlichen  Fällen  von  den
Betroffenen  selbst  aufgenommen  wurde.
Der  Schwerpunkt  ruht  zurzeit  bei  den  eigentlichen  Kampsorganen;
  die  gelben  Vereine  haben  während  der  Revolution  beträchtliche ­
  Einbuße  erlitten.  Im  Mai  ,9,9  betrug  die  Mitgliederzahl ­
  der
            
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