Die elektrische Unterpflasterbahn in Budapest. 365
Tunneldecke mit Asphaltfilzplatten belegt worden. Auf der im Grundwasser liegenden
Strecke der Andrassystraße wurde nach Abb. 370 das gleiche Mittel bei dem Fundament
beton der Tnnnclsohle angewandt. Es hat sich gut bewährt, und bis jetzt ist nirgends im
Tunnel ein Durchsickern von Wasser zu bemerken gewesen. Die Breite des Tunnels beträgt
6 na, die Höhe über den Schienen 2 3 / 4 m. Letzteres Maß ist etwas gering, war aber
bedingt durch den zu kreuzenden Haupt-Abzugskanal der Budapester Ringstraße. Da die
Straße gleichzeitig von einer elektrischen Bahn mit unterirdischer Stromznführung durch
zogen wird, so war an dieser Stelle die Höhe für den Tunnel festgelegt. Die Pflasterung
369. Tunnel mit Unterführung einer Wasserteitung.
liegt auf der Tunneldecke und erhebt sich nirgends mehr als 1 m darüber. Die Treppen
besitzen daher auch nur 19 bis 24 Stufen von je 15 cm Höhe, so das; die an der Außen
seite der Gleise liegenden Bahnsteige — für jede Fahrtrichtung einer — leicht zu erreichen
und Auszüge entbehrlich sind. Die Zugänge zu den Stationen liegen m kleinen seitlich der
Fahrstraße errichteten, reichverzierten Häuschen (Abb. 373). Es sind 11 Stationen mit
durchschnittlich nur 370 m Abstand angeschlossen, was für die Heranziehung des Verkehrs
besonders wichtig ist: die Unterpflasterbahn wird dadurch für das Publikum bequem be
nutzbar. Im Eröffnungsjahre, in das allerdings die Milleniums-Ausstellnng siel, wurden
täglich über 15 000 Rei
sende befördert, ausnahms
weise auch schon 34 500
an einem Tage. — Der
Oberbau zeigt Stegschieuen
auf eisernen Querschwelle».
Erstere sind nach Abb. 126
mit Blatistoß verlegt und
mittels der Haarmaiinschen
Hakenplatte (Abb. 137) auf
den Schwellen befestigt.
Der zum Betriebe der
Wagen sowie zur Beleuch-
tung der Stationen und
der Lichisignale dienende
elektrische Strom wird von
dem Krafthaus (Dampf
maschinen und Siemcnssche
Dynamos) durch Kabel, , .
welche in die Straßen eingebettet sind, der etwa in Bahnmitte gelegenen Oktogonstation
zugeleitet und zwar getrennt für Kraft- und Lichtzwecke. Sämtliche Leitungen srn an
der Tuuueldecke aufgehängt; diejenigen für den Wagcubetrieb — je 2 über jedem Gleise—
bestehen aus leichten Grnbenschienen. Sie sind in de» Abb. 369 u. 3/0 erkennbar En
am Wagendach angebrachter zweiteiliger Bügel (Abb. 375) entnimmt der einen Schrenz
leitung den Strom für die Drchgestellmotoren und führt ihn von diesen wieder nacy oem
anderen Grubenschienenstrang und damit nach den Dynamos zurück. ,Dw.»ahrscyt
werden hier also nicht für die Rückleituug des Stromes benutzt, wie dies sonst oei
elektrische» Bahne» meistens der Fall ist. Die Beleuchtung der mit weißen fliesen au,-
gekleideten Stationen (Abb. 374) erfolgt durch Glühlampen.
Grumftmsser
370. ®iiIntel in der Grnndwassrrstreckr der zindrossystratzc.