Full text: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Grenzen der Preisschwankungen. 
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vor dieser technischen Entfaltung, also das (8. Jahrhundert, oder 
denken wir uns in den „geschlossenen lsandelsstaat" hinein, wie 
ihn der Rr>eg unserer Anschauung nahe genug gebracht hat, so 
ist klar, daß der preis für Getreide hoch genug sein muß, um die 
Produktionskosten auch desjenigen Landwirtes zu decken, der 
unter den ungünstigsten Verhältnissen (Bodenbeschaffenheit, ver- 
kehrslaae usw.) arbeitet, weil er eben sonst die Produktion ein- 
stellen müßte. (Es wäre wohl denkbar, daß man, um den Aon- 
sumenten diese Belastung aus einer allgemeinen Preissteigerung 
zu ersparen, den unter den ungünstigsten Bedingungen arbeiten 
den Produzenten einen Staatszuschuß zu dem niedrigeren son 
stigen preise gäbe; damit aber wäre das Gebiet der freien 
Preisbildung grundsätzlich verlassen. 
Lin solches grundsätzliches Absehen von der freien Preisbil 
dung können wir nun in der Wirtschaft nicht selten beobachten. 
Die pauptfälle sind die des Monopols und der Taxen, d. h. der 
obrigkeitlich festgesetzten preise. Das M 0 n 0 P 0 l hat wieder 
zu pauptformen die Übernahme eines Wirtschaftszweiges auf 
den Staat (Tabakmonopol, Branntweinmonopol usw.) oder den 
Zusammenschluß der Produzenten zu Kartellen, die uns später 
noch beschäftigen werden. Bei den Taren bleibt die Produk 
tion grundsätzlich frei, nur der Preis wird behördlich festgelegt, 
den der Verkäufer fordern oder der Käufer zahlen muß oder 
darf. Diese Linflüsse auf den Markt hinterlassen natürlich ihre 
Spuren; aber es ist doch zu sagen, daß die Preisgestaltung auf 
die Dauer durch sie nicht geändert werden kann. Friedens 
erfahrung aus der Politik der Kartelle, Kriegserfahrung aus der 
Politik des Staates haben uns gelehrt, daß die preise künstlich 
weder über den Grenznutzen des Käufers gesteigert werden 
sönnen — sonst hört er eben auf zu kaufen oder macht Revo 
lution — und ebensowenig unter die Grenzkosten des Produ 
zenten gesenkt, denn sonst wird eben die Produktion still gelegt. 
Die Gesetze der wirtschaft äußern sich mit elementarer Kraft. 
Der Kreislauf der Wirtschaft, 
ie Volkswirtschaft hat sich uns als die Summe der zur 
-^Deckung des menschlichen Bedarfs aufgewendeten Mittel und 
Veranstaltungen gezeigt. Ls sind also zwei wesentlich ver 
schiedene Gesichtspunkte, von denen aus sie betrachtet werden
	        
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